Open Source im professionellen Einsatz

Eclipsecon France: Eclipse 4.5 "Mars" veröffentlicht

24.06.2015

Rund 250 Entwickler nehmen derzeit an der Eclipsecon France teil, die in Toulouse stattfindet. Am Ende des ersten Tages wurde offiziell die neue Version 4.5, Codename "Mars" vom Stapel gelassen.

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Toulouse ist nicht nur die Heimat von Airbus, das Unternehmen beeinflusst auch ein wenig die Eclipsecon France 2015. Der Chef der Veranstaltung heißt Gael Blondelle, er sieht den Fokus vor allem in den Bereichen IoT, System Engineering und Wissenschaft. Die Nähe zu Airbus scheint aber kein Zufall zu sein: die Firma setzt Eclipse seit geraumer Zeit ein, in Toulouse leben folgerichtig nicht wenige Eclipse-Entwickler. Generell, so Blondelle, kämen 50 Prozent der Besucher aus Frankreich.

Thematisch begann der Tag mit Workshops, in denen es unter anderem um den Oomph-Installer ging, der die Installation von Eclipse deutlich vereinfacht. Wer in einem Unternehmen ein Eclipse für vorhandene Projekte aufsetzen möchte, kommt dank Oomph schneller ans Ziel. Den Umgang mit dem Installer konnten die Besucher dabei am eigenen Rechner nachvollziehen, mit ein wenig Schützenhilfe von Ed Merks und Eike Stepper. Ein Workshop der Entwickler Baptiste Mathus und Michael Pailloncy brachte den Anwesenden hingegen die Feinheiten von Github näher, erklärte zum Beispiel, was ein "git merge" von einem "git rebase" unterscheidet und wie sich mit "git bisect" aus vielen Commits der eine schlechte aussieben lässt.

250 Teilnehmer sind auf der Eclipsecon France 2015 (links), gut gefüllt war der morgendliche Workshop zum Oomph-Installer (rechts).

In der überzeugend vorgetragenen Keynote von Tom Raftery wähnten sich manche Besucher hingegen zunächst auf einem Klimaschutz-Gipfel. Eigentlich ging es um das Internet der Dinge, aber Raftery zeigte zunächst basierend auf Swanson's Law, warum er glaubt, dass Solarmodule in den nächsten Jahren spottbillig werden und mit ihnen die Stromproduktion. Das Problem sei die Zwischenspeicherung, gerade bei kleinen Energieerzeugern. Das Internet der Dinge könne laut Raftery dabei helfen, das seit Jahrzehnten unveränderte Stromnetz zu reformieren. Intelligente Geräte könnten den Energie nach Bedarf und Preis selbst regulieren und womöglich untereinander austauschen, die Menschen den CO2-Ausstoß so massiv reduzieren.

Während Tom Raftery in der Keynote vom grünen Internet der Dinge träumte, stellte Wayne Beaton die neue Version 4.5 vor.

Es folgten weitere Vorträge. Der Italiener Davide De Cesaris stellte ein IoT-System auf Basis von Eclipse Kura und der Cloud-Plattform Solair vor, Ville Ingman von der Firma Vaadin brachte gar eine eigene Drohne mit, die Saltos hinlegte und per Twitter-Befehl zu blinken begann. Die von ihr erzeugten Daten tröpfelten aber eher spärlich über die langsame Internetverbindung. Red-Hat-Mitarbeiter Max Rydahl Andersen präsentierte schließlich auch die Docker-Integration.

Zum Abschluss des Tages kündigte Wayne Beaton die neue Version 4.5 von Eclipse an, nicht ohne deren Highlights zu erwähnen. Docker-Container lassen sich jetzt direkt aus Eclipse 4.5 heraus verwalten, neu sind auch die Tools für Apache Cordova. Es gibt diverse Updates an der Plattform. Konfigurationen kann ein Entwickler nun aufzeichnen und global verteilen. Gradle sei technisch zwar kein Teil von Mars, erklärte Beaton weiter, Entwickler können es aber über den Marketplace installieren.

Was die französische Eclipsecon angeht, sieht Chef Blondelle noch Erweiterungsmöglichkeiten, 300 bis 320 Entwickler würde die aktuelle Location schon fassen. Allerdings sei die Eclipsecon France nicht die einzige derartige Veranstaltung, die größere Eclipsecon Europe soll vom 3. bis 5. November 2015 in Deutschland stattfinden, in Ludwigsburg. Sie richte sich laut Blondelle an ein breiteres Publikum.

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