Auf insgesamt mehr als 600 Seiten beschreibt das Projekt wirtschaftliche und gesellschaftlichen Vorteile, den Stand der Entwicklung und Verbreitung in einzelnen Ländern und gibt Empfehlungen für Verbesserungen.

Als herausragende Vorteile freier Software nennt der Bericht Herstellerunabhängigkeit, Stabilität der Betriebssyteme, niedrigere Kosten für Hardware und Software und die Unterstützung der kulturellen Vielfalt. Die Berichte umfassen ausserdem Fallstudien zahlreicher europäischer Migrationsprojekte wie beispielsweise der Stadt München, der Region Extremadura in Spanien, der Stadt Wien oder der französischen Steuerbehörde. Für den Einsatz von F/OSS in der Lehre liefert TOSSAD Empfehlungen für den Aufbau von Lehrplänen sowie eine Anleitung zum Einrichten eines Linux-Labors an Schulen.

"Die Zeit ist reif für die Einführung freier und Open Source-Software auf breiter Ebene", meint der Projektkoordinator Erkan Kaan vom türkischen Staatsinstitut für Elektronik und Kryptologie. "Im Zuge unserer Umfragen und Workshops haben wir viele erfolgreiche Beispiele gesehen, wie F/OSS kritische Probleme bei der Anwenderfreundlichkeit gelöst hat." Dennoch sieht TOSSAD hier immer noch den größten Handlungsbedarf. Neben der Bedienbarkeit müsse auch die "Verkaufe" freier Software verbessert werden. Vor allem im öffentlichen Sektor müssten die Vorteile klar kommuniziert werden. Hier gibt TOSSAD die allgemeine Empfehlung an die Entwickler, möglichst umfangreiche Informationen und Hinweise für die tägliche Praxis zur Verfügung zu stellen.

Neben dem türkischen Institut haben zahlreiche Einrichtungen aus verschiedenen Ländern Europas an TOSSAD teilgenommen, darunter das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik (FIT) in Sankt Augustin und das Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement (IAT) der Universität Stuttgart.

Die TOSSAD-Berichte stehen auf der Webseite des Projekts zum Download zur Verfügung.