Open Source im professionellen Einsatz

Die Branche kommentiert Microsofts Ankündigung

22.02.2008

Microsoft hat sich entschlossen, Protokolle und APIs seiner Produkte zugänglich zu machen. Linux-Magazin Online hat sich in der Branche umgehört und mit Jeremy White, CEO von Codeweavers und Marino Marcich, Geschäftsführer der ODF Alliance gesprochen. Auch Novell meldet sich zu Wort.

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Das Unternehmen Codeweavers gilt mit seinen Produkten in der IT-Zeitrechnung bereits als Urgestein, was die Erforschung von Kompatibilität mit Microsofts Programmen angeht. Jeremy White, CEO von Codeweavers, gibt sich skeptisch, was die plötzliche Offenheit von Microsoft angeht.

Dass Open Document Format (ODF) hat die Anerkennung als Standard erreicht und ist damit dem Microsoft-Gegenstück OOXML ein gutes Stück voraus. Der Microsoft-Entwurf steht nun ebenfalls zur Abstimmung. Da kommt die Ankündigung einer neuen Offenheit vom Timing her nicht ganz ungelegen. Marino Marcich, Geschäftsführer der ODF Alliance will nicht nur Ankündigungen sondern Taten sehen und dazu zählt die Offenlegung der Win32-APIs.

Die Statements von Jeremy White und Marino Marcich finden Sie in diesem Artikel.

John Dragoon, Chief Marketing Officer von Novell hat sich in seinem Blog ebenfalls zu Microsoft geäußert. Er begrüßt zum einen den Schritt von Microsoft, weil die versprochene Offenheit und Interoperabilität zu den wichtigsten Säulen der Novell-Philosophie zählen. Zum anderen merkt auch Dragoon an, dass Taten mehr zählen als Worte. Allerdings ist er weniger skeptisch, was die Einhaltung der Versprechen angeht. Novell kooperiert bereits seit längerem mit Microsoft und Dragoon hebt hervor, dass diese Zusammenarbeit gut funktioniere.

Update: Auch Florian Effenberger: Marketing Project Co-Lead von Open Office hat ein Statement nachgereicht: "OpenOffice.org freut sich über jeden, der Transparenz und offene Standards fördern und seinerseits auf Transparenz und offene Standards setzen möchte. Wir stehen von Anfang an für diese Werte, nicht zuletzt durch die Nutzung des OpenDocument-Formats (ODF) als natives Dateiformat in OpenOffice.org und durch die Schaffung offener Schnittstellen. Wir ermuntern jeden, sich uns anzuschließen und hoffen natürlich, dass Microsoft dies im Zuge seiner Ankündigung nicht zuletzt in der Frage der Dokumentenstandards auch wirklich tun wird. Jedem steht es frei, das OpenDocument-Format einzusetzen, denn es ist offen und frei von Lizenz- oder Patentansprüchen. Auf die Lösung von Lizenz- und Patentstreitigkeiten richtet sich unsere Hoffnung ebenfalls, denn auch Microsoft hat in den letzten Jahren dieses Problem gegenüber zahlreichen Open-Source-Projekten thematisiert. Wir hoffen sehr, dass der Ankündigung auch in dieser Hinsicht diesmal positive Taten zugunsten von Open Source folgen werden. Gerne laden wir Microsoft zu einem Gespräch ein, um für die Zukunft konstruktiv zusammenzuarbeiten."

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