Open Source im professionellen Einsatz

Deutsche sind für Drohnen, aber mit Führerschein

16.03.2017

Viele Deutsche befürworten den Drohneneinsatz, beispielsweise im Katastrophenfall. Sie fürchten sich aber auch vor Kollisionen oder Abstürzen und befürworten einen Führerschein.

329

Drohnen suchen im Erdbebenfall Überlebende und beliefern entlegene Gebiete schnell mit wichtigen Medikamenten, bei Waldbränden spüren sie Glutnester auf und der Polizei helfen sie als fliegendes Auge bei der Überwachung von Großveranstaltungen: Die Einsatzbereiche der unbemannten Flugobjekte werden immer vielfältiger – und populärer. Die große Mehrheit befürwortet den Einsatz etwa bei Katastrophen (90 Prozent), zur Versorgung entlegener Gebiete (87 Prozent) und zur Brandbekämpfung (86 Prozent). Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 1.005 Bundesbürgern ab 14 Jahren. Auch zu Polizei-Drohnen (82 Prozent) und Drohnen in der Landwirtschaft (75 Prozent), etwa um Tiere vor Mäharbeiten im hohen Gras aufzuspüren, äußert sich die Mehrheit der Deutschen positiv.

Der Einsatz ziviler Drohnen zum Transport von eiligen Gütern wie Medikamenten (66 Prozent), zur Vermessung von Grundstücken (64 Prozent) und zur Überwachung von Staatsgrenzen (62 Prozent) können sich die meisten ebenfalls vorstellen. Von mehr Skepsis ist das Meinungsbild bei Paketdrohnen geprägt. Nur 30 Prozent können sich die Zustellung von Paketen durch Drohnen vorstellen. Auch Drohnen-Modellflug und den Einsatz zur Freizeitgestaltung finden nur 24 Prozent gut. Lediglich 8 Prozent lehnen den Einsatz von zivilen Drohnen generell ab.

Die größten Sorgen beim Einsatz ziviler Drohnen sind Sach- oder Personenschäden durch Kollisionen oder Abstürze. 89 Prozent haben Angst vor solchen Unfällen. Weitere 83 Prozent haben Angst vor dem kriminellen Einsatz von Drohnen, etwa zum Schmuggeln oder Spionieren. 81 Prozent sehen ihre Privatsphäre gefährdet, weitere 74 Prozent den zivilen Luftverkehr. Sechs von zehn Befragten (60 Prozent) machen sich Gedanken um Lärmbelästigung.

Gefragt nach den Regelungen, die für den Einsatz von zivilen Drohnen notwendig sind, sprechen sich 85 Prozent für eine Kennzeichnung beziehungsweise Registrierung von Nutzer und Drohne ähnlich wie beim Auto aus. 84 Prozent plädieren für einen Kenntnisnachweis, eine Art Drohnen-Führerschein. Drei Viertel (77 Prozent) wünschen sich eine Versicherungspflicht für Drohnenpiloten. Ein generelles Flugverbot über besiedelten Gebieten halten 43 Prozent für sinnvoll. 4 Prozent finden dagegen den Einsatz ziviler Drohnen bereits heute ausreichend reguliert.

Ähnliche Artikel

  • Drohnen in der Landwirtschaft

    Noch ist ihre Verbreitung eher gering, aber Drohnen werden in der Landwirtschaft an Bedeutung gewinnen.

  • Drohnen als Paketboten

    Jeder dritte Verbraucher würde sich Pakete per Drohne oder Roboter liefern lassen, Paketboxen neben dem eigenen Briefkasten will jeder Fünfte nutzen

  • Todesdrohnen in Connecticut

    Im amerikanischen Bundesstaat Connecticut überlegt das State Police Officer Standards and Training Council offenbar, mit tödlichen Waffen ausgerüstete Drohnen zu erlauben. Bürgerrechtler protestieren.

  • Digitalisierung im Handel stockt

    Zwei Drittel der Händler empfinden die Digitalisierung als Chance, saber ein Drittel der stationären Händler hat noch immer keine Homepage.

  • Parrot bringt neue Drohnen

    Der französische Hersteller Parrot kommt mit neuen auf embedded Linux basierenden Drohnen für Luft, Land und - erstmals - auch für den Einsatz auf dem Wasser au den Markt.

comments powered by Disqus

Stellenmarkt

Artikelserien und interessante Workshops aus dem Magazin können Sie hier als Bundle erwerben.