Open Source im professionellen Einsatz

Debian wechselt zurück zu FFmpeg

10.07.2015

Das Libav-Paket enthält Programme, Bibliotheken und Codecs, um Video- und Audiomaterial zu decodieren und umzuwandeln. Jetzt haben die Debian-Entwickler haben beschlossen, es gegen FFmpeg auszutauschen.

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Vor rund vier Jahren spaltete sich Libav als Fork von FFmpeg ab. Neben Debian stieg auch Ubuntu auf den Fork um. Jetzt hat sich das Debian-Team nach einer Diskussion wieder für FFmpeg entschieden. Die Hauptgründe für diese Entscheidung fasst eine Wiki-Seite zusammen.

Demnach stopfen die FFmpeg-Entwickler wesentlich schneller Sicherheitslücken. Als Beispiel führt das Debian-Team einen Bug an, den die Libav-Entwickler erst über zwei Monate nach den Ffmpeg-Machern geschlossen haben. In Einzelfällen bleiben Sicherheitslücken sogar über Jahre hinweg unbeachtet.

Des Weiteren würde das FFmpeg-Team die meisten Änderungen und Bug-Fixes aus Libav übernehmen, während die Libav-Entwickler sich aus FFmpeg nur die Rosinen herauspicken würden. Einige vom Debian-Team gemeldeten Fehler würden zudem im Bugtracking-System von Libav unbeachtet liegen bleiben. Obendrein sei die FFmpeg-Community wesentlich größer als die von Libav.

Schließlich weise FFmpeg weitaus mehr Features auf als Libav. So würde es weitaus mehr Codecs, Formate, Geräte und Filter unterstützen. Hinzu kämen Programmierschnittstellen, die in Libav fehlen würden. Einige Programme, wie XBMC, benötigen spezielle Hacks, bevor sie mit Libav zusammenarbeiten. FFmpeg soll wieder in Debian 9 Stretch standardmäßig zum Einsatz kommen.

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