Open Source im professionellen Einsatz

Debian eröffnet Zweige mit FreeBSD-Kernel

06.04.2009

Bald können Debian-Anwender wählen, ob sie ihr Betriebssystem mit Linux- oder FreeBSD-Kernel installieren.

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Neu dabei im Debian-Archiv sind die FreeBSD-Architekturen für i386 und AMD64. „Die zwei neuen Architekturen (nun ja, eher Betriebssysteme, meine ich, weil sie einen anderen Kernel nutzen), sind im [Verzeichnis] unstable und experimentell verfügbar,“ schreibt Jörg Jaspert auf der Debian-Entwickler-Liste. Das bedeutet nicht, dass sich die Debian-Entwickler vom Linux-Kernel verabschieden, aber Anwender können künftig wählen, ob sie den Linux-Kernel oder den von FreeBSD installieren. Die Abkürzung BSD steht für Berkeley Software Distribution und ist eine Unix-Variante, die ihren Ursprung an der gleichnamigen Universität in Kalifornien nahm.

Mit der Aufnahme von FreeBSD profiliert sich Debian GNU/Linux als technischer Vorreiter und definiert den Begriff Betriebssystem neu: Ein Betriebssystem unterstützt zwei technologisch völlig verschiedene Kernel, die übrigen Bestandteile der Software bleiben weitgehend unverändert.

Bis das auch funktioniert, müssen sich Interessierte noch etwas gedulden, wie Jörg Jaspert schreibt: "Wir fangen quasi bei Null an, importieren nur das, was für einen Buildd-Lauf nötig ist. Deshalb kann man es noch nicht sofort nutzen." Wie bei Debian üblich, bleibt der FTP-Master vage mit genauen Zeitangaben, aber er zeigt sich optimistisch, dass sich das "bald" ändern könnte.

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