In seinem Call for Contribution fordert Zachhiroli interessierte Mitwirkende zur Diskussion auf und stellt dabei klar, dass er es für gut hielte, wenn Debian auch bei der FSF als freie Distribution gelistet wäre. Für den Fall, dass sich die Community gegen diesen Schritt entschiede, solle man zumindest klar formulieren, womit das Team diese Entscheidung begründe, schreibt er in einer langen E-Mail.

Als Vorteile der Zusammenarbeit nennt er dabei, dass zum einen überflüssige Mehrarbeit, die derzeit doppelt anfalle, nicht mehr nötig sei, dass die Wahrnehmung von Debian und der FSF-Liste in der Öffentlichkeit profitieren könne und das Debian-Projekt sich als aufgeschlossen für externe Meinungen und Kritik zeige ("encouraging review of our acchievements by other important Free Software actors").

Freiwillige vor: Kriterien sind durchzuackern

Er habe bisher bereits seit 2010 mit Entwicklern und Community-Mitgliedern darüber gesprochen, und als Hauptarbeit die Integration der Non-Free-Repositories ausmachen können, schreibt Zacchiroli. Obwohl die FSF in zahlreichen Statements Debian ausdrücklich lobe, sei die unklare Trennung zwischen "main" und "non-free" das einzige Argument, warum die FSF Debian nicht als "freie Distribution" liste. "Doch der Teufel steckt im Detail", erklärt der Projektleiter und verweist auf die lange Liste von Kriterien, die die FSF für den Eintrag einer Distribution in ihrer Liste voraussetzt. "Wenn wir das wollen - und ich denke, wir sollten - dann müssen wir anfangen, mit der FSF gemeinsam die Kriterien durchzugehen, von denen sie glauben, sie beträfen Debian. Manche der unerwünschten Aspekte treffen auf Debian zu, andere nicht, und in einigen Fällen wird es sicher Unstimmigkeiten zwischen Maintainer und Submitter geben." Aber genau für diese Arbeit sucht er Freiwillige, die bereit sind, sich einzuarbeiten und seinen "weichen Ansatz, der trotz allem das Potenzial für Reibung zwischen Debian und der FSF hat" auf die "für Debian typische Art" zu lösen.

Selbst auch wenn das Vorgehen fehlschlagen würde, hätte man so wenigstens eine Liste an Show-Stoppern gewonnen, an denen man arbeiten könne, meint Zacchiroli, und immerhin habe die FSF bereits ihre Unterstützung für das Vorhaben erklärt.