Open Source im professionellen Einsatz

Debian-Entwickler und Tor-Aktivist in Russland verhaftet

18.04.2017

Der Debian-Entwickler und Tor-Aktivist Dmitri Bogatow ist offenbar in Russland verhaftet worden. Seine Verhaftung steht laut dem Tor-Projekt im Zusammenhang mit seinem Engagement als Tor Exit Node Operator. Ihm werde Anstiftung zu terroristischen Akten vorgeworfen.

164

Sowohl das Tor-Projekt als auch Debian haben Statements zu der Verhaftung von Dmitri Bogatow abgegeben. Im Tor-Blog wird der Fall aus Sicht der Tor-Betrieber ausführlich geschildert. Nach dieser Darstellung sind über Dmitri Bogatow IP-Adresse Messages gepostet worden, die für die staatlichen Stellen als Anstiftung zu Terrorakten gehalten werden. Bogatow drohen dafür nach Angaben des Tor-Projekts bis zu sieben Jahre Haft. Im Beitrag des Projekts wird versucht, den technischen Zusammenhang zu erläutern. Es liege in der Natur des Tor-Projekts, dass Bogatow nicht wisse und auch nicht kontrollieren könne, welcher Content über seinen Node laufe. Ungechtet dessen, habe Bogatow auch ein Alibi, schreibt das Tor-Projekt. Es gibt demnach Videoaufnahmen voin Überwachungskameras, die Bogatow außerhalb seines Hauses zeigen, während die betreffenden Nachrichten gepostet wurden. Zudem habe es auch nach der Verhaftung weitere dieser anstiftenden Nachrichten gegeben.

Das Debian-Projekt, bei dem Bogatow ebenfalls aktiv ist, hat auch eine Mitteilung veröffentlicht, in der das Projekt seine Solidarität bekundet.

Ähnliche Artikel

comments powered by Disqus

Stellenmarkt

Artikelserien und interessante Workshops aus dem Magazin können Sie hier als Bundle erwerben.