Open Source im professionellen Einsatz

Debian 4.0 veröffentlicht

08.04.2007

Endlich hat das monatelange Warten ein Ende. Am 8. April veröffentlichte die Debian-Community die schon letztes Jahr erwartete Release 4.0 der freien Linux-Distribution. Das Ergebnis: das beste Debian, das es je gab.

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Ursprünglich wollten die Debian-Entwickler schon Ende letzten Jahres soweit sein.
Die mehrfache Verschiebung des Termins hat jedoch Tradition, mussten die
Anwender auf das letzte Release "Sarge" gleich einige Jahre warten. Da liegt
die Debian-Community mit der aktuellen Version 4.0 "Etch" sogar gut in der Zeit.

Das Warten hat sich jedenfalls gelohnt. Eins der Highlights bekommt der
User gleich bei der Installation zu sehen, nämlich den lange erwarteten grafischen
Installer. Er startet jedoch nicht automatisch, sondern muss mit der Boot-Option
"installgui" aktiviert werden. Zusätzlich verschlüsselt das Programm
auf Wunsch Partitionen schon bei der Installation.

Zusätzlich zur Vielzahl an unterstützten Hardware-Architekturen ist das
neue Debian auch endlich 64-Bit-fähig. Zum Beispiel führt es die
entsprechenden Bibliotheken nun in den vom LSB-Standard 3.1 vorgesehenen
Verzeichnissen, was die Installation von Third-Party-Software vereinfachen
dürfte. Der in Debian Etch eingesetzte Kernel trägt die Versionsnummer 2.6.18.

Im Bereich der Serveranwendungen ist vor allem die Integration des
Linux-Terminal-Server-Projekts und die Aufnahme spezieller Kernel für
Xen- und Vserver-Virtualisierung interessant. Der SIP Express Router und
OpenSER erleichtern den Aufbau einer Voice-Over-IP-Infrastruktur.
Für Programmierer hat Debian Etch nun Eclipse, Mono 1.2.2.1, Tomcat und
Suns Java mit an Bord. Das alte Device-Dateisystem
Devfs hat nun endgültig ausgespielt, Default ist nun der neue Standard Udev.

Bei mehreren Testinstallationen des Release-Kandidaten traten auf
Systemen von Intel- über AMD- bis zu virtuellen VMware-Systemen
keine Probleme auf. Beeindruckt hat unter anderem die Beschleunigung
der Boot-Zeit: Debian Etch brauchte vom Bootprompt
bis zum Gnome-Login nur 30 Sekunden, während
Fedora Core 6 auf demselben System eine gute Minute verstreichen ließ.

Für etwas Verwirrung könnte die Umbenennung einiger Paket sorgen, die das
Debian-Team aus politischen Gründen vorgenommen hat: Der Webbrowser Firefox heißt
in der Debian-Welt jetzt Iceweasel, sein Mail-Cousin Thunderbird hört auf den
Namen Icedove. Um nicht unnötig Pakete installieren zu müssen, haben die
Entwickler die Openoffice-Pakete in mehrere Teile gesplittet. Der Paket-Manager
sorgt unter dem Namen Secure-Apt nun für mehr Sicherheit, indem
er kryptographisch signierte Pakete unterstützt. Einige Verbesserungen
er Benutzerfreundlichkeit, wie die automatische Benachrichtigung über Updates, machen
das Debian selbst für verwöhnte Anwender anderer Distributionen interessant.

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