Fuchs arbeitet für das österreichische E-Health-System, das 12.000 Embedded-Rechner für die Abrechnung bei Ärzten landesweit stehen hat. Bedient werden die Debian-Boxen über eine Weboberfläche, außerdem sind Smartcard-Lesegeräte angeschlossen. Mit den Servern des Systems sind sie per DSL verbunden, etwa zweimal im Jahr erhalten die Geräte ein Software-Update.

Die Rechner prüfen selbst per Cron-Job, ob ein Update bereitsteht. Das geschieht meist am Abend, um das Update per Apt-get während der betriebsfreien Zeit in der Nacht durchzuführen. Für Krankenhäuser gibt es eine manuelle Update-Funktion.

Das Team von Gerfried Fuchs unterzieht das Update im Vorfeld zahlreichen Integrations- und Systemtests, zudem gibt es zunächst einen Probe-Rollout auf 300 Clients. Sollte beim echten Update per dennoch etwas schief gehen, booten die Rechner von einer Read-Only-Partition ein Rettungssystem. Es lädt ein Bootstrap-Binary herunter und startet dieses. Dann beginnt der Update-Prozess erneut. Für den Notfall haben die Admins auch SSH-Zugang auf die Geräte. Um die Dateigrößen klein zu halten, enthalten die eingesetzten Softwarepakete keinen Dokumentation.

Mit dieser Methode haben die Österreicher in den vergangenen Jahren viele Updates erfolgreich ausgeführt, erzählte Fuchs. Dazu gehörte ein Distributionsupgrade von Debian Sarge direkt auf Lenny, das die Version Etch übersprang.

An den Vortrag schloss sich eine Birds-of-a-Feather Sitzung an, auf der die Teilnehmer ihre Erfahrungen mit großen Deployments austauschten. Den Moderator gab der FAI-Entwickler Thomas Lange von der Universität Köln.