Crossover bringt Google Chrome auf Linux
16.09.2008
Das amerikanische Unternehmen Codeweavers bietet ab sofort eine spezielle Google-Chrome Version seiner Laufzeitumgebung Crossover zum kostenlosen Download; damit sollen auch Linux- und Mac-Nutzer den Browser des Suchmaschinenkonzerns testen können.
Die Software unter dem Namen Crossover Chromium bezeichnet der Hersteller als "Proof-of-Concept"-Version. Jeremy White, der Codeweavers-Chef, erklärt, was das Unternehmen damit beweisen möchte: "Die Botschaft ist ganz einfach: Wer ein Windows-Softwarehersteller ist und sein Produkt in neue Märkte bringen möchte, sollte Wine Aufmerksamkeit schenken.“ Der Grund für die PR-Aktion zugunsten des freien Projekts Wine: Die Open-Source-Emulation ist auch die Basis der kommerziellen Variante Crossover, und somit die Geschäftsgrundlage des Unternehmens. Dementsprechend kommt Crossover Chromium nur wenige Tage nach einem entsprechenden Updateversion von Wine 1.1.4.
Das Unternehmen sei schon länger auf der Suche nach einer passenden Software gewesen, um die Leistungsfähigkeit von Wine zu beweisen, so White. Google Chrome mit dem hohen Aufmerksamkeitsfaktor sei wie gerufen gekommen, da es alle weiteren Bedingen erfüllt habe: allgemein zugänglich und verständlich, jedoch nur für Windows-Nutzer nutzbar. Nach seiner Beschreibung habe er am 4. September das Unternehmen zu einem "Feueralarm" gerufen, und schon am Freitag hätte eine erste Arbeitsversion vorgelegen. Die schnelle Programmierarbeit für den neuen Google-Browser ist für White Tagesgeschäft: "In vielen Fällen ist Wine schneller und wirtschaftlicher als einen nativen Port zu erstellen." Gleichzeitig weist der Codeweavers-Chef darauf hin, dass Crossover Chromium in einem frühen Stadium ist, ebenso wie der Google-Browser derzeit in der Beta-Phase ist. Den Vergleich müsste die Linux-Variante nicht scheuen: "Dennoch ist die (Release) genauso voll funktionsfähig wie die Windows Beta", betont er.
Auf der Unternehmenswebseite warnt Codeweavers allerdings davor, Google Chrome als Standardbrowser einzusetzen und rät, auf künftige Versionen zu warten. Die Versionen für Linux und Mac stehen hier zum kostenlosen Download zur Verfügung. Die kommerziellen Varianten von Crossover für Mac und Linux mit Support und Updateservice gibt es ab 37 US-Dollar im Jahr.
(Britta Wülfing)
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