Open Source im professionellen Einsatz

Cray prognostiziert Entwicklung des Supercomputing

19.01.2016

2016 verspricht ein weiteres aufregendes Jahr für das Supercomputing zu werden. Das sieht Barry Bolding voraus, Senior Vice President und Chief Strategy Officer beim Supercomputer-Hersteller Cray.

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Bolding macht seine Prognose an fünf einzelnen Themen fest, denen er eine besondere Bedeutung in diesem Jahr zuschreibt:

Neue Prozessortechnologien. Ganz vorne mitspielen dürfte in diesem Jahr dabei der zukunftsweisende Xeon Phi-Koprozessor von Intel, eine zwischen Accelerator und Universalprozessor angesiedelte Hybridlösung. Auch Cray wird die Intel Xeon Phi-Prozessoren in einigen seiner größten Systeme verbauen, darunter den für die Los Alamos National Labs und das NERSC vorgesehenen „Trinity“- bzw. „Cori“-Supercomputern.

Quantensysteme erst auf dem Sprung. Für Quantencomputer wird 2016 ein zwiespältiges Jahr sein. Zwar preist Google sein D-Wave-System als Quantum Annealing Device an, sodass mit weiteren spektakulären Schlagzeilen zu rechnen ist; dennoch dürfte auch Ende des Jahres noch nicht abschließend geklärt sein, was genau damit gemeint ist bzw. worin der ultimative Nutzen von D-Wave liegt. Im Jahr 2016 werden Quatenrechner noch keine realistische Alternative sein – es könnte bis 2020 oder sogar 2025 dauern, bis diese Technologie produktive Supercomputer-Lösungen hervorbringt.

Data Tiering boomt. SSDs haben in den vergangenen Jahren eine geradezu dramatische Entwicklung erlebt. Trotz wachsender Komplexität werden auch 2016 zahlreiche interessante Solid-State-Technologien, -Lösungen und -Systeme auf den Markt kommen. Es bleiben aber auch noch offene Fragen, zum Beispiel nach einer einfachen Migration über verschiedene Speicherschichten hinweg. 2016 dürfte es eine Reihe ultraschneller Data-Tiering-Lösungen und Fortschritte in diesem Bereich geben.

Koheränz von Analytics und Supercomputing. Big Data verändert die Art und Weise, wie Supercomputer genutzt werden, und Supercomputer beeinflussen wiederum den Umgang mit Big Data. Ob Analyse von Fußballspielen oder Wetter- und Klimamodellierung mithilfe von IoT-Sensordaten – Analytics und Supercomputing sind untrennbar miteinander verknüpft. 2016 wird diese Kohärenz weiter zunehmen und Früchte tragen.

Top-500 am Ende? Seit 1993 orientieren sich Fachpresse und Öffentlichkeit an der Liste der Top 500-Computer, um zu verstehen, wie sich die Welt des Supercomputing verändert und weiterentwickelt. Allerdings  gab die Liste noch nie einen Aufschluss über die Produktivität eines Rechners. Dennoch dürfte die Top 500-Liste auch 2016 Regierungen, Hochschulen und Unternehmen willkommener Anlass sein, sich voller Stolz zum Besitz eines Supercomputers zu gratulieren. Vielleicht werden wir ja eines Tages eine bessere Metrik haben, aber noch sind wir nicht so weit.

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