Open Source im professionellen Einsatz

Chrome gibt PNaCL zugunsten von Wasm auf

01.06.2017

Mit dem Portable Native Client (PNaCL) wollte Google die Ausführung nativer Anwendungen im Chrome-Browser ermöglichen. Diese Aufgabe übernimmt nun aber der Webassembly-Standard, weshalb der PNaCL-Support aus dem Browser entfernt werden soll.

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Seit etwa dreieinhalb Jahren können Programmierer dank dem sogenannten Portable Native Client (PNaCL) Apps mit C und C++ schreiben, die vom Chrome-Browser ausgeführt werden können. Damit ist das Ziel, auf Plugins verzichten zu können, zwar umgesetzt worden; die Technik ist aber nicht plattformunabhängig, wie das Team des Chromium-Projektes schreibt. Dieses Problem löst jedoch der neue Standard Webassembly (Wasm), was PNaCL wohl langfristig unnötig macht.

Im Blog der Browser-Entwickler heißt es deshalb, dass sich das Team zur Unterstützung von nativem Code im Web künftig auf Wasm fokussieren möchte. Die Unterstützung für PNaCL werde deshalb im ersten Quartal 2018 aus dem Chrome-Browser entfernt. Einzige Ausnahmen davon werden Chrome-Apps und Erweiterungen sein. Das Ausspielen von PNaCL-Code über Webseiten wird dann also nicht mehr möglich sein.

Begründet wird der Schritt damit, dass das Ökosystem rund um Wasm einfach besser zu High-Performance Web Apps passe. Darüber hinaus sei die Verbreitung von PNaCL gering genug, um das Entfernen dieser Technik rechtfertigen zu können. Mit Wasm und weiteren Webtechniken wie WebGL 2 können schon jetzt Spiele unter Verwendung der Unreal Engine oder auch Unity im Browser ausgeführt werden.

Für all jene, die ihre Anwendungen von PNaCL auf Wasm migrieren wollen oder müssen, stellt Google ausführliche Richtlinien bereit, wie dies erfolgreich umgesetzt werden kann. Darüber hinaus verweist das Team auf seine öffentlichen Pläne für neue Wasm-Funktionen im Chrome-Browser. Dazu gehören etwa die Unterstützung für Threads in Wasm-Code oder auch SIMD-Operationen, die im Laufe des Jahres erstellt werden sollen. (Sebastian Grüner/Golem.de)

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