Open Source im professionellen Einsatz

China verstärkt die Große Firewall

24.01.2017

Ein sicherer und schneller Weg, um aus China heraus die chinesische Zensur zu umgehen, sind VPNs. Nun verbietet das Land unautorisierte VPN-Anbieter.

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Begleiten soll den Schritt laut der South China Morning Post eine 14-monatige Kampagne gegen "unautorisierte Internet-Verbindungen", die es erlauben, Chinas Große Firewall zu umgehen. Als unautorisiert gelten solche Dienste, wenn ihnen die Erlaubnis der chinesischen Regierung fehlt. Welche Voraussetzungen ein VPN-Anbieter zum Erwerb einer solchen Erlaubnis erfüllen muss, ließ der Artikel offen.

Die Mitteilung kam aus dem Ministerium für Industrie und Informationstechnologie und macht einen Großteil der VPN-Anbieter illegal. Nicht nur Regierungskritiker und Journalisten, auch ausländische Arbeitnehmer in China nutzen solche Dienste, um Verbindungen zu westlichen Internetdiensten herzustellen. China selbst blockiert den Zugang zu 135 der 1000 weltweit beliebtesten Webseiten, darunter Google, Facebook und Twitter, Greatfire.org behält diese Form der Zensur im Auge.

Offiziell geht es bei dem Schritt darum, die Informationssicherheit im Internet zu erhöhen, denn es gebe "Anzeichen einer ungeordneten Entwicklung, die dringend Regulierung und Steuerung brauche", wie es in der Mitteilung heißt. China-Kenner vermuten hingegen Maßnahmen im Vorfeld des 19. Parteitags der Kommunistischen Partei Chinas, der im Herbst stattfinden soll. Die Aktion soll bis zum 31. März 2018 laufen, große VPN-Anbieter wie Vypr und Express suchen laut der South China Morning Post bereits nach Workarounds. Daneben gibt es noch das Tor-Netzwerk, doch auch dessen Einsatz sieht China nicht untätig zu.

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