Am saarländischen Forschungsstand in Halle 9 tippt ein eiskaltes Händchen zügig auf einem Android-Tablet herum, um Funktionstests beliebiger Apps zu absolvieren. Die künstliche Hand ist natürlich ein Gag, die Besucher anlocken soll.

Die zugehörige in Java geschriebene Testsoftware Droidmate dagegen nehmen die Forscher der Universität des Saarlandes schon für voll. Sie simuliert einen Anwender, der permanent die Bedienelemente der zu testenden App rekombinierend traktiert. Die auf dem Stand gezeigte Software kann bislang nur Tasten drücken, künftig soll sie jedoch auch Wischgesten beherrschen.

Eine künstliche Hand testet auf der Cebit 2013 automatisch Android-Apps.

Eine künstliche Hand testet auf der Cebit 2013 automatisch Android-Apps.

Die von Google geförderte Software benutzt zum Steuern das UI-Automator-API, das erst seit drei Monaten im Android-SDK verfügbar ist. Sie erzeugt die Testpattern anfänglich zufällig, wählt aber anhand der Codeabdeckung der zu testenden App und nach Algorithmen, die an eine biologische Evolution erinnern, möglichst sinnvolle aus. Die in Hannover anwesenden Forscher vom Lehrstuhl für Softwaretechnik versichern, dass sie den Droidmate-Quellcode demnächst veröffentlichen.