Open Source im professionellen Einsatz

Cebit 2011: Project Caua soll nachhaltige IT-Jobs schaffen

03.03.2011

Linux-Urgestein Jon 'maddog' Hall hat auf der Cebit sein neues Projekt namens Caua vorgestellt, das langfristige Open-Source-Arbeitsplätze in Brasilien schaffen soll.

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Mit freier Software arbeiten, sein eigener Chef sein und auch noch umgerechnet 8000 US-Dollar im Monat verdienen? Das ist die Vision, die das Projekt Caua für Linux-Admins in Brasilien hat. Innerhalb eines Jahres soll die Initiative einen Linux-Geek zum erfolgreichen Unternehmer machen. Das Angebot gilt für Schüler und Studenten, aber auch für Umschüler in reiferem Alter sowie für Behinderte und Alleinerziehende.

Brasilien eigne sich besonders, so Hall, da 80 Prozent der Bevölkerung in Städten leben und dort Internetanbindung verfügbar ist, in anderen lateinamerikanischen Staaten wie Mexiko und Argentinien sei es ähnlich - ein fruchtbarer Boden für Linux-Know-how, das die Interessenten zu gut ausgebildeten Linux-Administratoren macht. Daneben sollen Businesspläne und Marketingmaterial die Teilnehmer wirtschaftlich erfolgreich machen. Das Traing erfolgt als Präsenzschulung oder per Internet und soll zu einer staatlich anerkannten Lizenz führen.

Jon maddog Hall findet, Brasilien sei ein fruchtbarer Boden für kleine Linux-Unternehmer. Sein neues Projekt Caua soll Interessierte Linuxer auf eigene Beine stellen.

Dank Caua sollen Computer leichter zu bedienen, zuverlässiger und umweltfreundlicher werden - und das ist genau, was die Teilnehmer ihren Kunden als Service anbieten. Daher setzt das Projekt auf Thinclient-Computing, Virtualisierung sowie Server-based Computing mit Fatclients (auch unter Windows und Mac OS X). Soweit möglich, wird gebrauchte Hardware wiederverwendet, neue Thinclient-Hardware besitzt weder Lüfter nach Festplatten. Die Montage der Thinclients soll in Brasilien erfolgen.

Als Kunden sind kleine und mittlere Unternehmen anvisiert, die keine eigenen Systemadministratoren haben und diese Leistung mieten. Für Apartmentblocks und Hotels sollen Netzwerkpflege, Internet-TV, VoIP-Telefonie und Surfstationen angeboten werden, für den Einzelhandel gibt es Point-of-Sales-Systeme auf Open-Source-Basis.

Die Kosten für die Server- und Client-Hardware sollen die Admin-Unternehmer nach Halls Vorstellung mit einem 3-Jahres-Kredit von einer lokalen Bank finanzieren, für die Glasfaser-Internetanbindung großer Bürogebäude beträgt der geschätzte Finanzierungszeitraum 10 Jahre. Das Caua-Projekt möchte dabei mit Beratung und Bürgschaften helfen. Interessenten bewerben sich beim Projekt, belegen die Schulungen und legen "Letters of intent" von potenziellen Kunden vor.

Derzeit ist Projekt Caua mit der Finanzierung beschäftigt, die von Telekommunikationsunternehmen und Thinclient-Herstellern kommen soll. Die Rolle der Community sieht Hall eher in der Verbesserung der eingesetzten Open-Source-Software. Der Vorstand des Projekts ist mit brasilianischen Bürgern besetzt, lediglich Maddog Hall und zwei weitere Personen stammen aus dem Ausland. 2012 soll es ein Pilotprogramm mit ersten Admin-Unternehmern geben. Weitere Informationen finden sich unter http://www.projectcaua.org.

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