Open Source im professionellen Einsatz

Cebit 2010: Kompetenzzentrum des Bundes hilft bei Open Source

06.03.2010

Bei der Bundesstelle für Informationstechik (BIT) in Köln will die Bundesverwaltung unter der neuen Bundes-CIO Cornelia Rogall-Grothe eine zentrale Anlaufstelle für Fragen zum Open-Source-Einsatz schaffen. Mit im Boot des aus Mitteln des Investitionsprogrammes finanzierten Projektes sind das BSI und das Auswärtige Amt. Trotz eines Teilprojektes, das sich mit freien Softwarekomponenten befasst, wolle man jedoch keine neue Distribution zusammenstellen, erläuterte das BIT auf der Cebit gegenüber Linux-Magazin Online.

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Im Bundesverwaltungsamt (BVA) sollen künftig Beratungsleistungen gebündelt werden. Dazu plant die dort untergebrachte BIT bis Mitte diesen Jahres ein Informationsportal aufzubauen, das sich sowohl an Behörden, aber auch an eine interessierte Öffentlichkeit wendet. "Unsere Aktivitäten sind nicht geheim", erklärte Christoph Spiegel vom Kompetenzzentrum in Hannover im Gespräch mit Linux-Magazin Online. Weitergehende Beratungsleistungen richten sich jedoch an die öffentliche Hand.

Dazu bündelt die Verwaltung Erfahrungswerte verschiedener Kompetenzträger, darunter Know-how aus dem Bundesamt für Sicherheit der Informationstechnik und dem Außenministerium. Ein Mitarbeiter, der die Linux-Migration im Auswärtigen Amt seit langem betreut, wurde beispielsweise als Projektleiter benannt, um konkrete Empfehlungen für Softwarezusammenstellungen zu geben, die sich im Behördeneinsatz bewährt haben. Das Auswärtige Amt setzt beispielsweise Open Office und OpenLDAP ein. Ob die Arbeit in einer eigenen "Bundesdistribution" mündet, wollte aber noch kein Mitarbeiter bestätigen.

Zuletzt waren Gerüchte über den zukünftigen Kurs der Bundesregierung aufgekommen, die in ihrem Koalitonsvertrag Open Source explizit erwähnte. Mitarbeiter der neuen IT-Beauftragten der Bundesregierung, Rogall-Grothe, die erst Anfang dieses Jahres als Bundes-CIO im Range einer Staatssekretärin im Bundesministerium des Innern von der Regierung ernannt wurde, hatten IT-Konsolidierungen als wichtiges Arbeitsziel der Verwaltung genannt. In Medienberichten war darüber spekuliert worden, ob dies eine Abkehr von Open Source bedeuten könne. Der Linux-Verband LIVE widersprach diesem Ansinnen und warb um einen Dialog.

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