Cebit 2010: Karrierevorteil Open Source
Prof. Dr. Dirk Riehle heißt der erste Open-Source-Professor Deutschlands. Im Open-Source-Forum auf der Cebit beschrieb der ehemalige Geschäftsmann das neue Karrieremodell des Open-Source-Umfelds.
"Es fällt mir schwer, nicht auf den ökonomischen Kontext von Open Source zu schauen", sagt der frischgebackene Open-Source-Professor fast entschuldigend zu Beginn seines Vortrags "Open Source - Eine neue Entwickler-Karriere". Den Unterschied zwischen dem klassischen und dem sogenannten neuen Entwickler, der für ein Unternehmen Software schreibt, bringt er auf die Quintessenz: verdient versus ernannt.
Prof. Dr. Dirk Riehle beschrieb in seine Vortrag im Open-Source-Forum Spezifika der Programmiererkarriere im Open-Source-Umfeld.
Im Open-Source-Umfeld hat ein Entwickler neben den obligatorischen technischen und sozialen Skills im Regelfall eine "Peer Certification" vorzuweisen, erläutert Riehle. Sie äußert sich zum Beispiel darin, dass die Projekt-Community die Beiträge von jemandem in den Upstream annimmt und damit implizit anerkennt. Darüber hinaus könne sich jeder Entwickler im Open-Source-Umfeld Reputation aufbauen, die teilweise durch Beiträge im Quellcode oder auf Mailinglisten sogar öffentlich dokumentiert ist. Diese Transparenz verschafft außerdem dem Arbeitgeber einen Vorteil: Für ihn erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, passende Mitarbeiter zu finden.
Dirk Riehle ist seit 2009 Professor für Open Source am Institut für Informatik der Friedrich-Alexander-Universität von Erlangen-Nürnberg. In den zehn Jahren vor seiner akademischen Funktion war Riele in der Banken-IT unterwegs und arbeitete unter anderem im SAP-Umfeld.





