Open Source im professionellen Einsatz

Cebit 2010: Debian mit BSD-Kernel

03.03.2010

Der Debian-Entwickler Alexander Reichle-Schmehl hat Debian GNU/kFreeBSD im Open Source Forum der Cebit präsentiert. Ab der kommenden Debian-Version 6.0 ist der FreeBSD-Port offizieller Bestandteil der freien Distribution.

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Damit kommen die Architekturen "kfreebsd-i386" und "kfreebsd-amd64" zu Debians Angebot hinzu. Das "k" in den Kürzeln zeigt dabei laut Reichle-Schmehl an, dass lediglich der Kernel von FreeBSD zum Einsatz kommt, nicht aber beispielsweise die C-Bibliothek. Derzeit kommt der FreeBSD-Kernel in Version 7.2 zur Verwendung, ein Update auf 8.0 ist möglich. Das Betriebssystem soll "das beste beider Welten" zusammenführen: Den stabilen BSD-Kernel und Debians Paketverwaltung und Infrastruktur.

Benchmarks zur Performance der Linux- und BSD-Kernel fielen derzeit uneindeutig aus, berichtete der Entwickler, es gebe aber andere Vorteile: Der BSD-Kernel werde in übersichtlicheren Strukturen entwickelt und hat stabilere Schnittstellen, etwa bei den Gerätedateien. Daneben gebe es Features, die man unter Linux nicht bekomme, wie beispielsweise den BSD-Paketfilter Pf, das Dateisystem ZFS von Sun, DTrace und BSD-Jails. Auch der NDIS-Treiber ist bereits im Kernel vorhanden. Als Nachteil läuft manche Linux-spezifische Software nicht, die etwa Inotify oder ALSA voraussetzt. Das Debian-Projekt entfernt wie immer Firmware-Binärobjekte aus dem Kernel, die nicht zu seinen strengen Free-Software-Richtlinien passen.

Was fehlt Debian GNU/kFreeBSD zum fertigen Betriebssystem noch? ZFS und Fuse existieren derzeit noch nicht als Binärpakete, daneben fehlt die Integration von IPv6 für "route" und andere Befehle. Derzeit unterstützt das System nur IPv4. Ebenfalls noch in Arbeit ist eine Kompatibilitätsschicht für die Inotify-Schnittstelle des Linux-Kernels. Derzeit sind zudem 15 Prozent des Debian-Paketarchivs noch nicht für den BSD-Port verfügbar.

Zurzeit steht Debian GNU/kFreeBSD zum Herunterladen und Testen auf der Homepage des Ports bereit. Hilfe gibt es auf der Mailingliste. Daneben zeigen die Debianer das System als Unteraussteller bei Univention in Halle 2, Stand B36.

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