Die neue Variante namens Ubuntu Netbook Remix ist für so genannte Netbooks gedacht, eine preiswerte Laptop-Variante mit kleinen Monitoren, basierend auf Intels neuem Atom-Prozessor und insbesondere für den Interneteinsatz konzipiert. Besonderes Augenmerk hat Canonical bei der Ubuntu-Anpassung für das Netbook auf die entsprechenden Funktionalitäten gelegt. Auf auf Basis des Ubuntu-Standard-Desktop sollen Anwender vor allem die Funktionen Email, Instant Messaging, Internet-Surfen sowie Online-Zugang zu Fotos, Videos und Musik nutzen. Als neue Funktionalität bietet die Linux-Variante einen zusätzlichen Starter, genannt "Launcher", der den Bootvorgang beschleunigen soll. Damit verspricht Canonical den Anwendern einen besonders schnellen Start ins Internet und in die Lieblingsanwendungen. Eine ähnliche Linux-basierende Technologie namens Splashtop zum Systemschnellstart setzt der Hardware-Hersteller Asustek auf seinen Mainboards ein (wir berichteten).

Auch Canonical zielt auf den boomenden Markt der Mini-Laptops und bietet das Ubuntu Netbook Remix als OEM-Version an; Hardware-Hersteller sollen das System vorinstalliert auf ihren Mini-Laptops liefern. Für ein breites Angebot an Anwendungen arbeitet das Unternehmen mit weiteren Software-Anbieter zusammen, die ihre Programme für Ubuntu Netbook Remix zertifizieren sollen. Laut Auskunft des Herstellers gibt es derzeit Gespräche mit mehreren Hardware-Herstellern, die ihre Rechner im Lauf des Jahres 2008 mit der Laptop-Version ausliefern wollen.

Die Basistechnologie für Intels neue MID-Plattform entwickelt das Unternehmen gemeinsam mit Partnern im Open-Source-Projekt Moblin.org, an dem sich neben Canonical und Intel auch Unternehmen wie Wind River beteiligen (wir berichteten hier und hier). Der Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth erhofft sich durch die Mini-Laptops insgesamt mehr Marktanteile auf dem Desktop: "Viel mehr Menschen werden Linux zum ersten Mal mit diesen Geräten erleben, die mit Canonical arbeiten", sagt er. Selbstbewußt macht er Werbung für das Projekt: "Unsere Anwendungsoberfläche und die zusätzliche Software aus dem Moblin-Projekt sind der beste Weg um sicherzugehen, dass das Netbook-Erlebnis ein Erfolg wird."

Der erfolgsverwöhnte Ubuntu-Chef hat auf dem Markt der Mini-Laptops starke Konkurrenz: Das Betriebssystem der Wahl in dem preiswerten Segment ist bislang zwar Linux, aber wegen des großen Erfolgs des Eee-PC von Asus hat bislang die Distribution Xandros die Nase vorn. Einen weiteren Laptop-Wettbewerber mit Namen Aspire One stellte der taiwanesische Hersteller Acer gestern in München vor, das Betriebssystem der Wahl ist in diesem Fall die Linux-Variante Linpus.