Open Source im professionellen Einsatz

COTS: Ein noch sichereres Smartphone für die Kanzlerin?

10.01.2013

Seit 2009 liefert Secusmart der Bundesregierung sichere Telefonie, zur Cebit kommt der Konkurrent von SIMKO und Fraunhofer (Biztrust) mit einem neuen Produkt auf den Markt, das mit (fast) beliebigen Smartphones sichere Kommunikation ermöglichen soll. Das soll "hochsicher, aber von der Stange" (commercial off-the-shelf, kurz COTS) sein, und sichere Kommunikation mit überzeugender Benutzbarkeit kombinieren.

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Secusmart, Spezialist für sichere Telefonie, will auf der Cebit 2013 die neueste Generation seiner Lösung für Krypto-Telefone vorstellen. Eventuell kann der Hersteller bis dahin schon einen Erfolg verbuchen: Am 28. Feburar fällt die Entscheidung in einer Ausschreibung, ob Secusmarts neues Produkt in der Bundesregierung eingesetzt werden wird. Am heutigen Donnerstag hat der Geschäftsführer und Gründer Dr. Hans-Christoph Quelle in München erstmals den Rahmen der Neuheit erläutert. Die SecuSuite wird im Erfolgsfalle den Sicherheitsstandard VS-NFD (Verschlusssache - Nur für den Dienstgebrauch) erfüllen, und ermöglicht abhörsichere Kommunikation nach dem SNS-Standard. Allerdings wohl kaum für Privatleute: Ein Gerät mit Secusmarts Software und SD-Karte wird um 2500 Euro teuer werden.

Der Gründer von Secusmart: Dr. Hans-Christoph Quelle.

Die Secusmart Security Card

Allzuviele technische Details konnte Quelle noch nicht nennen, doch so viel ist klar: Eine spezielle Smartcard, die Secusmart Security Card macht das möglich, was Behörden und Regierung in ähnlicher Form bereits seit Längerem nutzen: Sicher verschlüsselte Telefondienste via VoIP, SMS und Internet-Dienste. In der SD-Karte, die im Kartenslot des Handys landet, findet sich neben dem Datenspeicher auch ein Crypto-Chip, der zusammen mit einem angepassten Betriebsystem inklusive Anwendersoftware dafür sorgt, dass "Mobil- und Festnetztelefone, Tablets und Laptops" sicher authentifizierte und verschlüsselte Kommunikation betreiben können. Damit das nicht auch dem Schicksal vieler sicherer Produkte erliegt,will Secusmart dafür sorgen, dass Anwender damit sowohl sichere Unternehmensdienste nutzen wie auch private Kommunikation betreiben wollen. "Sichere Telefone heute doch schauen auch genau so aus - die will keiner haben, außer vielleicht die oberste Führungsspitze der Militärs, weil dort der Adjutant die tragen und bedienen muss...", erklärt Quelle. Das angepasste OS trenne privaten und dienstlichen Bereich, so dass "beispielsweise Whatsapp nicht auf ihre Unternehmenskontakte zugreifen kann".

Unified Secure Communication nach Secusmart.

"Apple und Sicherheit geht nicht zusammen"

"Wir wollen nicht nur einzelne Features sicher machen sondern es soll das Gerät an sich holistisch sicher sein, also OS, Kernel, Hardware, Intranet, Internet bis hin zum eigenen Appstore.", erklärt der Secusmartgründer gegenüber dem Linux-Magazin. Und damit nicht nur CIO und CSO zufrieden sind, sondern auch der Mitarbeiter, muss das halt in einem aktuellen, schicken Gerät stattfinden. Welche Smartphones oder Tablets das sein sollen, und welches mobile Betriebssystem da denn laufe, darüber schweigt sich Quelle aus - doch er gibt Hinweise: Zum einen scheide Apple aus: "Die Closed-Shop-Mentalität beißt sich mit der erforderlichen Evaluierbarkeit. Apple und Sicherheit, das geht eben nicht zusammen." Dann brauche es einen SD-Card-Reader, den auch nicht alle Geräte hätten - und wohl ein Linux-basiertes OS, wegen der Treiber und der Möglichkeit, ein angepasstes, optimiertes und gehärtetes OS zu booten. Wer da noch an die schicken Oberflächen und Apps denkt, die Privatleute verwenden wollen, landet fast zwangsläufig bei Android. Aber das will Quelle nicht bestätigen. Noch nicht?

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