Unter dem lautmalerischen Namen Boa präsentiert Sage Bäurer, der Sage-Ableger für den oberen Mittelstand, auf der Cebit eine neue Technologieplattform.
Bäurer Open Access bildet die Basis für die ebenfalls zur Cebit vorgestellte Release 6.0 der ERP-Produktlinien Bäurer Industry und Bäurer Trade. Das Java-Framework verschaffe den Anwendern durch Plattformunabhängigkeit (Windows, Linux, MacOS X) und Offenheit mehr Investitionsschutz, erklärt der eigentlich durch Programme mit großer Windows-Verquickung bekannte Hersteller Sage Software.
Den Anstoß für die neue Plattform gab wohl eine Studie von 2005, bei der sich 66 Prozent der mittelständische Firmen eine Java-ERP-Lösung wünschten und 61 Prozent Linux als Unterlage. Boa arbeitet mit einem Eclipse-ähnlichen Plugin-Konzept, das das Layer auch von den Eigenheiten der angeflanschten Datenbank und des Application Server abkoppelt. Der Kunde kann darum jetzt Oracle, Informix oder MySQL sowie Websphere oder Apache Tomcat anbinden.
Interessanterweise bedient sich Boa bei der Entwicklungsumgebung Eclipse: Die Sage-Preisliste nennt nämlich ein Bundle aus Eclipse und drei Boa-Plugins. Eclipse-kundige Anwender können auf diese Weise per Screen-Editor die Funktionalität der Oberfläche den Bedürfnissen im eigenen Unternehmen entsprechen anpassen. Einen Code-Editor, einen Debugger und eine integrierte Testumgebung gibt es auch. Bei der Pressekonferenz am 28. Februar war denn auch ein Vertreter der Eclipse Foundation zugegen.
Die Boa-Kommunikation nach außen und die Integration von Drittanbieter-Software soll in der Praxis aber zumeist über Webservices passieren, über deren Schnittstellentransparenz in der Pressekonferenz widersprüchliche Aussagen zu vernehmen waren. Anders als der Name es vermuten lässt, ist Boa im Grundsatz Closed Source. Soweit Sage Open-Source-Software benutzt geschieht das nur, wenn die Lizenzlage das zulässt.



