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BMW: Mobile Unterhaltung mit Open Source

Der bayerische Autohersteller BMW setzt für seine Infotainment-Pakete auf Open-Source-Technologie. Geht es nach den BMW-Verantwortlichen, sollten sich Autohersteller an einer gemeinsamen Plattform beteiligen.

Bereits auf der Hausmesse „Fahrzeug IT 2008“ im März stellte BMW seine Pläne vor, nach der die Infotainment-Pakete für die Edelkarossen auf Basis von Open-Source-Technologie entwickelt werden sollen. In einer losen Kooperation, unter anderem mit dem Chip-Hersteller Intel und dem Embedded-Linux-Unternehmen Wind River, arbeitet das Fahrzeugunternehmen an der Plattform. Das Ziel: Einheitliche Schnittstellen für Multimedia-Applikationen für das Auto. Die Grundüberlegung dahinter: Statt kostenintensiver Neuentwicklungen könnte vorhandene Software genutzt und fahrzeugtauglich gemacht werden. Auf der Automotive-Konferenz Convergence 2008 im US-amerikanischen Michigan Anfang November warben die BMW-Vertreter nun bei anderen Automobilherstellern für eine Zusammenarbeit bei der neuen Open-Source-Plattform.

Diese Form der Kooperation bei Neuentwicklungen ist unter Automobilherstellern nicht so ungewöhnlich, wie es auf Anhieb scheinen könnte. „Gerade bei nicht wettbewerbs-differenzierenden Funktionen ist eine enge Zusammenarbeit erwünscht,“, so Katharina Bölsterl, BMW-Pressesprecherin für Innovationen und Wissenschaft. Laut Bölsterl teilen die Autobauer die Entwicklung grundsätzlich in zwei Bereiche, wobei das Knowhow im klassischen Elektronikbereich, der sich beispielsweise auf Fahreigenschaften auswirkt, durchaus beim Hersteller verbleiben soll. Auf dem Gebiet der Unterhaltungselektronik gälte dies jedoch nicht, so die Pressesprecherin. Hier gibt es aktuell auch schon Ansätze für gemeinsame Entwicklungsarbeit. „Das Projekt 'Consumer Electronics for Automotive', abgekürzt CE4A, ist ein Beispiel“, so Bölsterl. Unter dem Dach des Verbands der Automobilindustrie VDA arbeiten Autobauer auf dem Portal an gemeinsamen Schnittstellen für Mobiltelefone, Navigationsgeräte oder Multimediasoftware. Auch Autosar soll ähnlich funktionieren: Auf internationaler Ebene grübeln Wissenschaftler und Unternehmen beispielsweise über fortschrittliche Antrieb- und Fahrwerkstechnologie zum Nutzen aller beteiligten Autobauer.

Das neue Open-Source-Portal der Autohersteller zum Infotainment ist für BMW aktuell ein wichtiges Thema, doch will das Unternehmen noch keine Einzelheiten bekanntgeben. Bis Jahresende soll sich dies ändern, und BMW verspricht eine offene, leistungsfähige Multimedia-Plattform als Basis für eine schnellere und einfachere Entwicklung von Car-Entertainment-Software.

(Britta Wülfing)
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