Matt Jones, Vizepräsident von Genivi und als technischer Leiter bei Jaguar Land Rover zuständig für die Unterhaltungs-IT in Kraftfahrzeugen, wird mit einer Keynote das Programm des Linux Automotive Summit im September in Warwickshire, Großbritannien, eröffnen. Das teilt das Genivi-Projekt in einer Pressemitteilung mit. Der Branchenverband arbeitet daran, eine gemeinsame, offene und auf Linux basierende Plattform für IT-Systeme in Autos zu bauen und hat dafür vor wenigen Monaten die zweite Version seines Entwurfs für einen Industriestandard, die Genivi 2.0 Specification veröffentlicht.

Jones' Vortrag ist weit gefasst, glaubt man dem Titel "Wie man ein Linux-basiertes In-Vehicle-Infotainment-System baut". Unter den insgesamt sieben Keynotes der eintägigen Veranstaltung findet sich noch eine aus dem Genivi-Projekt: Pavel Konopelko von der Visteon Corporation (einem nach eigener Aussage führenden Automobilzulieferer) erklärt, wie Firmen das von der Allianz entwickelte Compliance-Programm implementieren können. Dazu gesellen sich Vorträge hochrangiger Vertreter von Intel, Toyota, BMW, der Linux-Foundation und dem Open Invention Network.

Die Genivi-Allianz hat mittlerweile über 150 Mitglieder, darunter viele Big Player aus dem Automobilsektor, zum Beispiel BMW, General Motors, Peugeot-Citroen, Renault, Hyundai und Mitsubishi, aber auch IT-Firmen und Teilelieferanten. Das Genivi-System basiert auf Linux, stellt aber eher einen Implementierungsvorschlag dar, auf dem Firmen wie Canonical oder Wind River aufbauen und für x86 und ARM passende Betriebssysteme bauen.

Genivi konzentriert sich nach eigener Aussage auf die Middleware, nicht die Applikationen, weil "es damit für Entwickler einfacher wird, eigene Software zu entwickeln, die auf vielen verschiedenen Marken funktioniert". Der Standard definiert 29 vorgeschriebene Komponenten, dazu kommen optionale Funktionen - insgesamt 67 Komponenten. Neu in 2.0 ist beispielsweise das Commitment zu Systemd, das es ermöglichen soll, dass das In-Car-System "nach dem Drehen des Zündschlüssels innerhalb von Sekunden einsatzbereit" sei. Gleichzeitig habe man alle GPLv3-Software entfernt, weil die für viele Hersteller nicht kompatibel mit Unternehmensvorgaben sei. Die Version 1.0 der Genivi Specification läuft im April 2013 aus.