Open Source im professionellen Einsatz

Asus Eee 900A mit Linux: Das bisher beste Netbook

21.08.2008

Ab sofort gibt es den Eee-PC 900A mit Linux, Atom-Prozessor, 1 GByte Hauptspeicher und 8 GByte SSD in diversen Internetshops für 299 Euro zu kaufen. Wir haben eines der ersten Testgeräte bekommen und den neuen Xandros-Rechner genauer angeschaut.

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Eines vorweg: Wer auf der Suche nach einem leichten, schnellen Netbook mit 9-Zoll-Display und 4 Stunden Akkulaufzeit ist, der kann beim 900A getrost zugreifen. Das Gerät bringt die gleichen äußeren Parameter wie der Eee-PC 701 mit, hat aber im Inneren deutlich mehr zu bieten:

- 1,6 GHz schneller Atom-Prozessor
- 1 GByte Ram
- 8 GByte Solid State Disk
- 9-Zoll Display mit 1024x600 Pixeln
- Gigabit-Ethernet
- 4 Stunden Akkulaufzeit

Das neue Asus-Netbook ist dabei mit 990 Gramm nur geringfügig schwerer als das Erstlingsmodell und misst in der Tiefe einen knappen Zentimeter mehr. In der Breite sind beide Modelle gleich, auch die Tastatur entspricht exakt der des Eee-PC 701. An der Vorderseite ist das 900A etwas dünner, wodurch es besser in der Hand liegt, wenn man das Netbook herumträgt.
Die Pixart-Webcam (093a:2700) speichert Bilder und Videos mit einer Auflösung von 640x480 Bildpunkten. Sie arbeitet mit den Uvcvideo-Treibern. Das Touchpad ist zwar größer aber nicht besser geworden. Es reagiert immer noch relativ empfindlich, eine neue Software schaltet es allerdings aus, sobald man am Tippen ist. Der 4-Zellen-Akku mit 4400 mAh hielt in unseren Tests mit zeitweiser WLAN-Nutzung im Dauerbetrieb vier Stunden und 7 Minuten durch. Fällt die Kapazität unter 700 mAh, erscheint auf dem Display eine Warnmeldung, unter 300 mAh fährt der Rechner innerhalb von 3 Minuten automatisch herunter.

Linux-Eees im Vergleich: dder 900A (links) und der 70.

Der Akku des 900A sieht zwar haargenau gleich aus, wie der des Vorgängermodells, er ist aber damit nicht kompatibel. Wer also noch ein Eee-PC 701 mit dem 5200-mAh-Akku gekauft hat, kann diesen Akku nicht für das neue Modell einsetzen. Das gleiche gilt auch für das Netzteil. Es ist zwar immer noch annähernd so kompakt, wie das alte, liefert aber 12 Volt, keinen 9,5. Das 9-Zoll-Display ist nicht nur größer als das alte, es ist auch angenehm hell.

Die beiden Netzwerkmodule hat Asus ebenfalls ausgetauscht. Anstelle des Atheros AR5007 funkt nur ein Atheros AR242x, das neben 802.11b/g auch den Standard 802.11a beherrscht. Das Fast-Ethernet-Modul L2 ersetzt ein L1e-Gigabit-Controller. Beide stammen ebenfalls von Atheros. Bluetooth fehlt in der Grundausstattung, externe Adapter gibt es aber schon für unter 10 Euro.
Am vorinstallierten Xandros hat sich nichts geändert. Es kommt weiterhin mit Kernel 2.6.21.4 und der vereinfachten Oberfläche mit den fünf Reitern Internet, Arbeiten, Lernen, Spielen und Einstellungen. Xandros hat ihr allerdings einige neue Module spendiert. Zum Beispiel startet über Eee Download eine Art Software-Shop. Hinter dem Webfrontend verbirgt sich die von Linspire bekannte Click'n'Run-Technologie, zu erkennen an der Dateiendung *.cnr der Verknüpfungen. Somit ist auch klar, dass Xandros die Linspire-Technologie weiterpflegen wird.

Das größere Display und diverse Innereien zeichnen den 900A gegenüber dem Vorgänger aus.

Auf dem Work-Reiter sind nun auch die OpenOffice-Module fürs Zeichnen und mathematische Formeln verknüpft. Die Play-Sammlung ist um Picasa und einen DVD-Player reicher geworden, im Software-Manager gibt es nun endlich einen separaten Reiter für die Updates, so dass man nicht mehr sämtliche Pakete durchgehen muss, um Updates zu finden. Der Update-Manager arbeitet aber auch sehr zuverlässig. Zudem erlaubt ein spezieller Button auch die Installation einzelner Debian-Pakete.

Inwieweit der 900A auch mit Opensuse und Ubuntu zusammenarbeitet, testen wir in den folgenden Tagen.

Zum Asus-Mini-Notebook gibt es bei Linux-Magazin Online einen Test des Eee-PC 701. Konkurrenten des Eee sind das Netbook von One, das Aldi-Netbook Akoya und das MSI Wind 100. Dell hat ebenfalls Netbooks mit Linux angekündigt.

Die mit Linux ausgestatteten Netbooks haben den Anteil von Linux im Notebookmarkt spürbar steigen lassen.

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