Open Source im professionellen Einsatz

Akademy 2010: Elegance, Gruppenfoto, Prominenz

04.07.2010

In der zweiten Keynote auf der Akademy zeigte Aaron Seigo den Weg für die weitere Entwicklung von KDE: Jetzt sei Eleganz das MAß der Dinge. Gleichzeitig forderte er alle Entwickler und Anwender auf, selbstbewussteres Marketing für KDE zu betreiben.

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In seiner gut besuchten Keynote in der Universität Tampere zeigte Aaron Seigo nach einem kurzen Abriss durch die Geschichte KDEs ("The Library Crash 2004"), worauf es seiner Meinung nach heute ankommt. Vor allem verglichen mit kommerziell erfolgreichen Produkten seien die Entwickler und Fans von Open-Source-Software viel zu zurückhaltend, so Seigo. "Mehr Selbstbewusstsein ist angebracht!"

Aaron Seigo bei seiner Keynote. Enthusiastisch fordert er die Zuhörer auf, mehr die Vorteile von KDE positiver zu vermarkten.

Apfelmarketing a la KDE

"Stellt Euch mal vor, eine große amerikanische Firma hätte ihr letztes Produkt so vermarktet, wie wir KDE anpreisen. Das hätte so geklungen: Also, wir haben da so ein Telefon, und das ist echt cool, aber es kann kein Flash, Multitasking geht auch nicht und damit du deine Daten welcher Art auch immer drauf kriegst, gibt's nur einen Weg, über unsere Software."

Kein Mensch, so Seigo, würde so ein Produkt kaufen. Was zählt ist die Coolness: "Klar, das ist Marketing: Zeigt die Vorteile. Gerade I-Phone und I-Pad sind vom Hersteller absichtlich eingeschränkt, klar!" Aber ein schlagendes Argument lässt sich laut Seigo nicht entkräften: "Den Leuten ist das egal." Seigo fordert die KDEler deshalb auf, mehr mit den positiven Aspekten zu werben, als die negativen Seiten zu betonen, an denen ohnehin mehr Entwickler arbeiten als je zuvor.

"Um erfolgreich zu sein, braucht es kein perfektes Produkt, und KDE ist da schon sehr weit.", so Seigo in seiner Keynote. "Jetzt ist etwas Neues dran: Eleganz." Natürlich sei neben Eye-Candy auch die Kommunikation der ständig wachsenden KDE-Community wichtig, ebenso für zahlreiche Projekte ein sauberer Upgrade von KDE 3 auf 4 (wie für Milllionen brasilianischer Schüler eben gelungen oder weltweit bei den deutschen Botschaften im Einsatz) und die stetige Verbesserung der Dokumentation.

Mehr Besucher und Sponsoren als je zuvor: Die Akademy 2010.

Am Nachmittag folgten dann Vorträge über Koffice (jetzt ebenfalls als mobile Version verfügbar) und Simon, die freie Spracherkennungssoftware für den Linuxdesktop. Vorher ging es jedoch noch auf den Campus zum alljährlichen Gruppenfoto.

Die zahlreichen Sponsoren hatten dieses Jahr prominente Mitarbeiter geschickt, darunter auch Dirk Hohndel von Intel, hier rechts, zusammen mit Sebastian Kügler (KDE)

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