Stallmans Rede war die einzige, die an diesem Novembertag nicht gestreamt wurde, schreibt Ars Technica. Grund dafür: Der Veranstalter, die Santa Clara Law Faculty nutzt proprietäre Technik (Microsofts Silverlight) - und da spielt der GNU-Gründer nicht mit. Dafür gäbe es später eine Ogg- oder WebM-Aufzeichnung, die sich auch mit freien Clients betrachten ließe, heißt es.

Erwartungsgemäß kritisierte RMS die anwesenden Verfechter der Softwarepatente. Sein Rundumschlag ist vertraut, die Argumentation reicht von Musik zur IT: In beiden Bereichen lasse sich nichts neu schaffen, das nicht auf dem vorherigen aufbaue, erklärt RMS. Nur eine Welt komplett ohne Technologie sei noch schlechter als eine mit Softwarepatenten.

Apple ist der Nummer-1-Feind

Im Interview mit Ars-Technica-Autor Joe Mullin geht er noch weiter: All das erzähle er seit 20 Jahren, doch in letzter Zeit verändere sich endlich die Rezeption durch die Leser oder Zuhörer: Immer mehr Firmen, zum Beispiel Rackspace, engagierten sich jetzt auch gegen Software-Patente. Gleichzeitig gewinnen Bösewichte wie Apple zwar wichtige Verfahren mit Signalwirkung, doch am Ende verlieren auch sie gegen Patenttrolle. Steve Jobs Firma bezeichnet er dabei als den gefährlichsten Angreifer auf die Softwarefreiheit ["number one patent agressor"]. Doch trotzdem: "Ich sehe wachsenden Support dafür, Patente aus der Welt der Software rauszuwerfen."

Apple ist bekannt für seine rigide Politik in Sachen Patente und Geschmacksmuster. Neben den "abgerundeten Ecken", die Apple für sich als Markenzeichen (Geschmacksmuster) erfolgreich sichern konnte, schreckt der Konzern auch nicht vor kompromisslosen Verfahren gegen Familienbetriebe zurück. Das Cafe Apfelkind in der Bonner Südstadt muss sich seit längerem gegen die Anwälte des Konzerns wehren, weil Apple verhindern will, dass der Name "Apfelkind" und die eigens für das Cafe entwickelten Logos als Marke eingetragen werden.