Die Debian-Entwickler haben abgestimmt: Proprietäre Bestandteile in der freien Distribution sind zulässig. Damit ist der Weg für die nächste Version Debian GNU/Linux 5.0 frei.
Mit ihrer Stimme sollten die Projektbeteiligten den Debian-Sozialvertrag bestätigen sowie einzelne Bestimmungen der Release-Richtlinien festlegen, die so genannten Debian Free Software Guidelines (DFSG). Dabei stand zur zur Debatte, ob auch proprietäre Firmware in Debian aufgenommen werden kann. Einzelne Formulierungen in dem Wahlaufruf durch den Projektsekretär Manoj Srivestava führten zu heftigen Diskussionen, die schließlich im Rücktritt Srivestavas gipfelten. Bdale Garbee, der kommissarisch die Rolle des Sekretärs übernommen hat, informiert die Entwickler über das Votum: Die Entwickler entschieden sich für die Option mit der Nummer 5, die Aufnahme von Firmware nach dem Prinzip der Beweislastumkehr. Hiernach soll angenommen werden, dass so genannte Firmware-“Blobs“ mit der GPL konform sind, so lange nicht das Gegenteil bewiesen ist. Als Blobs werden Daten wie beispielsweise Microcode bezeichnet, die für den Betrieb einzelner Hardware-Komponenten nötig sind.
Obwohl ein Ergebnis vorliegt, scheint auch den Beteiligten der Inhalt weiterhin interpretationsbedürftig, wie Garbee schreibt: „Mehrere Entwickler haben nach einer Erklärung vom DPL (Anm. d. Red. Debian Projektleiter) und / oder dem Sekretär gefragt, was dieses Ergebnis wirklich bedeutet. Steve (McIntyre) und ich haben das diskutiert und halten es für ziemlich klar: Dieses Ergebnis heißt dass die Debian Lenny Release fortschreiten kann wie vom Release-Team beabsichtigt, mit den Kernel-Paketen, die derzeit im Archiv sind.“
Das vollständige Abstimmungsergebnis ist auf der Debian-Projektseite nachzulesen.
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