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Abgespeckt für Neugierige: Glassfish v3 Preview

Sun bringt eine unvollständige Beta-Version des Java-Servers Glassfish heraus und nennt sie Technology Preview. Die inzwischen zweite Preview für Glassfish v3 ist ab sofort erhältlich.

Der neue Glasfisch soll die Entwicklung von Web-2.0-Anwendungen erleichtern. Dafür habe man die Architektur des Servers umgeschmissen, vermeldet Sun, und setzt sie nun modular auf. Für die Komponenten soll es ein neues Update-Center geben, das auf Wunsch automatisch neue Versionen herunterlädt. Mit der Preview bezweckt der Konzern, dass Entwickler ihre Anwendungen auf dem Glassfish-Server testen können, ehe er die fertige Version festgezurrt.

Die Preview-Version ist nicht mit allen Glassfish-v3-Funktionen ausgestattet. Gleichwohl referenzieren die Hilfeseiten diese Funktionen. Zum Beispiel unterstützen bestimmte Admin-Kommandos einige Optionen nicht, obwohl sie in der Hilfe angezeigt werden. Sie werden einfach ignoriert, wenn man sie eingibt. Ein anderes Beispiel ist die Einschränkung für Suse Linux und Java Virtual Machines mit 64-Bit. Hier funktioniert die native Startroutine nicht. Stichpunktartig listet das Glassfish-Wiki die Features der v3 sowie eine Einleitung. Sun stellt ebenfalls Release-Notes bereit, die auch die Einschränkungen nennen. Der Vorab-Server steht als rund 21 MByte großes Zip-Paket zum Download bereit.

2005 hat Sun den Quellcode des Servers Java EE (Java Platform Enterprise Edition) freigegeben. Sun benutzt eine eigene, an die Mozilla-Lizenz angelehnte OSI-Lizenz namens Common Development and Distribution License (CDDL). Glassfish v3, obgleich noch nicht geboren, ist schon in die Familie integriert: Das Sun-Projekt Fuji will den Java-Server mit dem Sun-Projekt Open ESB (Enterprise Server Bus) verheiraten. Ziel ist der Glassfish-Server in einem OSGi-Bundle, so dass die Glassfish Enterprise Server Plattform als SOA-Element für Kunden interessant wird.

Der Enterprise Service Bus, der separat ebenfalls als Community-Projekt von Sun gehostet wird, erscheint als ein nicht ganz unkompliziertes Projekt, denn neben der CDDL kommen noch weitere Lizenzen zum Einsatz, so dass die Lizenzierung uneinheitlich und eingeschränkt ist. Die integrierte Entwicklungsumgebung Netbeans hingegen, die seit v2 als Plugin bei Glassfish an Bord ist (siehe die Meldung auf Linux-Magazin Online) und die Sun ebenfalls sponsort, ist hingegen wieder einfach GPLv2-lizenziert.

Zuletzt im Frühjahr 2007 zur Beta der Glassfisch-Version 2 gab Sun an, dass der Glassfish-Server hoffentlich für Unternehmen interessant sein würde (wir berichteten). Vor kurzem hat Sun den Java-Application-Server, der die kommerziell betreute Version des Glassfish-Servers ist, umbenannt in "Glassfish Enterprise Server", um die Verbindung bekannter zu machen.

(Anika Kehrer)
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