Der US-amerikanische Chiphersteller Advanced Micro Devices AMD hat kurz vor Jahresende den Linux Code für die Grafikprozessoren ATI R600 und R700 veröffentlicht.
Wie die Autoren vom Hardware-Portal Phoronix berichten, liefert AMD damit Open-Source-Entwicklern das Handwerkszeug, um 3-D-Unterstützung für alle verfügbaren ATI-Grafikprozessoren zu liefern – auch für die neuesten Grafikkarten. „Für Endanwender sind die heutigen Veröffentlichungen ein signifikanter Meilenstein bei dem Schritt in Richtung Open-Source-ATI-3-D-Support für den Linux-Desktop“, heißt es hier. Nach Schätzungen der Autoren könnten die Linux-Distributionen, die im zweiten Quartal 2009 veröffentlicht werden, bereits die entsprechende Grafikunterstützung beinhalten.
Seit die neueren ATI-Grafikprozessoren auf den Markt kamen, haben Entwickler sehnlich auf diese Veröffentlichung durch AMD gewartet. Im Oktober 2006 hatte Unternehmen mit Sitz in Kalifornien den Grafikspezialisten ATI übernommen, und im September 2007 hatte AMD seinen Strategiewechsel verkündet und versprochen, den Code der ATI-Treiber unter einer Open-Source-Lizenz freizugeben. Kurz darauf folgten die ersten freien Treiber in Kooperation mit Novell, im Februar 2008 gab AMD die Dokumentation für weitere Prozessoren frei. Vor der Freigabe dieser Informationen waren Code und Dokumentation nur für einzelne Entwickler zugänglich, die einer Vertraulichkeitserklärung (Non-Disclosure-Agreement, NDA) zustimmen mussten.
Phoronix erklärt, warum es bis zur Veröffentlichung der R600-Dokumentation nahezu fünfzehn Monate dauerte: (Die AMD-Mitarbeiter) „John Bridgman und Alex Deucher mussten entscheiden, welcher Code und welche Dokumentation zum Programmieren nötig ist, mussten darin dann jede Information entfernen, die nicht relevant für die 3D-Engine ist, mussten weiterhin alle Details entfernen die künftige ATI-Hardware betrifft und schließlich musste die Arbeit von den AMDs leitenden Software- und Hardware-Architekten abgesegnet werden, damit diese ohne NDAs oder andere Einschränkungen veröffentlicht werden konnte.“
Die aktuell veröffentlichte Dokumentation betrifft bislang vor allem die 3D-Engine, aber AMD verspricht, dass weitere Spezifikationen folgen sollen, beispielsweise zum Unified Video Decoder. Der bislang freigegebene Code ist in verschiedenen Git-Repositories auf der Webseite der Open-Source-Plattform Freedesktop.org zu finden.



