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AGPLv3: GPLv3 für Netzwerksoftware

Die Free Software Foundation hat die Version 3 der Affero General Public Licence (AGPL) herausgebracht. Damit will sie Entwickler von in Netzwerken verwendeter Software fördern.

Die Version 3 der AGPL basiert auf der GPLv3, bringt aber einen Zusatz mit, der in Netzwerken verwendete Software betrifft. Netzwerk-Software ist laut den FAQ so definiert, dass sie explizit Remote-Nutzeranfragen verarbeitet und beantwortet, zum Beispiel Mailserver oder webbasierte Anwendungen. Nicht nur die Software selbst soll zum Download bereit gestellt werden, sondern auch alle verwendeten Module wie Bibliotheken, auch wenn sie unter einer anderen freien Lizenz als der AGPL stehen.

Der Sinn der neuen AGPL-Version ist es sicher zu stellen, dass Anwender, die über ein Netzwerk eine GPL-lizenzierte Software benutzen, sie auch im Quellcode herunterladen können. Damit soll dem vorgebeugt werden, dass ein Entwickler quelloffene Netzwerk-Software zwar verändert und in einem Netzwerk einsetzt - sie aber nicht gleichzeitig auch zum Download anbietet. Denn wenn viele der Modifikationen selbst nicht veröffentlicht werden, so heißt es in der Verkündung der FSF, sei das entmutigend für Entwickler von Netzwerksoftware, die ihre Software extra zum Wohle der Community freigegeben haben.

Der Wortlaut der AGPLv3 steht in verschiedenen Sprachen und Formaten bei der Free Software Foundation (FSF) zur Verfügung. Dabei stehen auch ausführliche FAQs allgemein zu GPL-Lizenzen sowie speziell zu möglichen Unklarheiten der AGPLv3. Eine Suche nach "AGPL" auf der Seite der FAQs bringt zu einem Seitenanker, der die Stelle referenziert, an der alle AGPL-FAQs versammelt sind.

Hier in den FAQs gibt es auch eine Matrix zur Kompatibilität der freien Lizenzen untereinander. Die FSF hat kürzlich extra einen GPLv3-Quickguide herausgebracht, in der ebenfalls Kompatibilitätsfragen beantwortet werden (wir berichteten).

(Anika Kehrer)
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