Open Source im professionellen Einsatz

73 000 Mannjahre Arbeit: Linus Torvalds nominiert für renommierten finnischen Technologiepreis

19.04.2012

Die Technology Academy Finland hat heute die beiden nominierten Kandidaten für den diesjährigen Millenium-Technologiepreis bekanntgegeben. Neben dem japanischen Stammzellenforscher Shinya Yamanaka hat das Kommittee dabei auch Linus Torvalds für "seine Verdienste um die Entwicklung eines neuen Open-Source-Betriebssystemkerns" nominiert. Das Endergebnis wird die Akademie am 13. Juni 2012 bekannt geben.

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Torvalds Betriebssystemkern, der "zu dem weit verbreiteten Linux-Betriebssystem weiterentwickelt wurde" habe eine Kettenreaktion ausgelöst, in deren Verlauf ein Arbeitsaufwand geleistet wurde, der "etwa 73000 Mannjahren" entspräche, so die Akademie in einer Pressemitteilung. Das internationale Auswahlkommittee prämiert mit dem Award alle zwei Jahre Technologie-Entwickler und deren Innovationen, die "das Leben heute und in Zukunft maßgeblich verbessern."

Eine unabhängige Stiftung, getragen von der finnischen Industrie und dem finnischen Staat wählt dabei in einem sechsmonatigen Prozess Kandidaten aus, aus denen eine Jury alle zwei Jahre einen Preisträger ermittelt. Den japanische Wissenschaftler Shinya Yamanaka hat das Komitee nominiert, weil seine Verdienste um die künstliche Herstellung induzierter, pluripotenter (also vielseitig verwendbarer) Stammzellen ohne Verwendung von embryonalen Zellen in der Medikamentenforschung und Biotechnologie herausragend seien, so die Presseerklärung.

Linus Torvalds kommentierte, er fühle sich geehrt, in der engeren Auswahl zu sein, weil der Preis "eine der weltweit wichtigsten Auszeichnungen für Fortschritte in der Technologie" sei. Torvalds weiter:

„Software ist in der heutigen Welt viel zu wichtig, um nicht quelloffen entwickelt zu werden. Die wahre Bedeutung von Linux liegt darin, dass es von Menschen und Unternehmen dazu benutzt werden kann, ihre eigenen Dinge zu machen. Wir kommen allmählich zu dem Punkt, an dem Daten einfach Daten sind und wo wir uns nicht mehr mit verschiedenen Kommunikationskanälen für unterschiedliche Datenformen herumschlagen müssen.“

Wer von den beiden Nominierten den Preis auch bekommen mag, er wird sich einreihen in eine illustre Reihe von Prominenten Forschern und Technikern. Darunter findet sich Tim Berners-Lee, den die Akademie 2004 für seine Arbeit als "Begründer des World Wide Webs" ausgezeichnet hat.

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