Open Source im professionellen Einsatz

2018 soll präziseres GPS kommen

25.09.2017

GPS wird genauer: Broadcom kündigt mit dem BCM47755 einen Chip für den Massenmarkt an, der über effizientere GPS-Signale präzisere Ortsangaben ermöglicht. Erste Smartphones damit sollen 2018 erscheinen.

179

Angekündigt wurde der Chip laut IEEE Spectrum vergangenen Donnerstag auf der Ion-GNSS+-Konferenz im amerikanischen Portland (Oregon). Der BCM47755 verbessert die Genauigkeit beim Orten des Signals von aktuell 5 Metern auf 30 Zentimeter. Zugleich soll er zuverlässiger in Innenstädten funktionieren und im Vergleich mit aktuellen GPS-Chips nur die Hälfte an Strom benötigen.

Der Chip lässt sich mit Hilfe des vorhandenen GNSS (Global Navigation Satellite Systems) verwenden, wertet allerdings nach dem üblichen L1-Frequenzband, das er zum Orten der Satelliten verwendet, auch das effizientere L5-Frequenzband aus, das eine andere Frequenz (1176,45 MHz) nutzt. L5 bestimmt die Entfernungen zu den Satelliten wesentlich präziser und erweist sich zugleich als weniger störanfällig gegenüber Signalreflektionen von Gebäuden.

Bislang wurde das L5-Signal hauptsächlich für industrielle Zwecke genutzt, mit dem BCM47755 macht erstmalig ein Chip für den Massenmarkt davon Gebrauch. Dass dies erst jetzt passiert, liege laut Manuel del Castillo, der für Broadcom Produktmarketing betreibt, vor allem daran, dass nun etwa 30 Satelliten die L5-Signale senden, was eine vernünftige Abdeckung erlaube.

Ähnliche Artikel

  • Intel glaubt an Moore

    Am Rande der International Solid State Circuits Conference (ISSCC) verlautbarte Intel, dass es glaubt, Moores Law könne in der Chipfabrikation noch bis 2018 fortgeschrieben werden.

  • Intels Loihi-Chip orientiert sich am Gehirn

    Mit Loihi bringt Intel einen Chip mit einem neuen Design auf den Markt, der sich das menschliche Gehirn zum Vorbild nimmt und 130 000 Neuronen sowie 130 Millionen Synapsen nachbildet.

  • Galileo navigiert mit Linux

    Das europäische Satellitennavigationssystem Galileo wird künftig mit dem Echtzeit-Betriebssystem LynxOS-178 gesteuert.

  • Linux and the City

    Ein GPS-Empfänger, ein Notebook oder Handy und Linux reichen, um Position für freie Software zu beziehen. Der Schwerpunkt weist den Weg: Welche Geräte gut sind, welche Software man kennen muss, welcher Openstreetmap-Aufsatz für welches Handy taugt und wie sich jeder ein Flottenmanagement leisten kann.

  • Freerunner - Openmoko-Handy für Consumer

    Bislang gibt es das Linux-Handy Neo 1973 als Modell für Entwickler. Im Frühjahr soll das von der taiwanischen IT-Firma FIC und der für die Software zuständigen FIC-Tochter Openmoko entwickelte Gerät unter der Bezeichnung Neo Freerunner erscheinen.

comments powered by Disqus

Ausgabe 11/2017

Digitale Ausgabe: Preis € 6,40
(inkl. 19% MwSt.)

Stellenmarkt

Artikelserien und interessante Workshops aus dem Magazin können Sie hier als Bundle erwerben.