Open Source im professionellen Einsatz

2-D-Animationssoftware Synfig erscheint in Version 1.0

29.04.2015

Nach 13 Jahren Entwicklung ist Version 1.0 der 2-D-Animationssoftware Synfig erschienen. Das Projekt zeigt die bislang erreichten Ziele und arbeitet zurzeit am Frame-by-Frame-Support, an einer plattformübergreifenden Open-GL-Unterstützung und dem Synfig-Dateiformat.

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Bereits seit 13 Jahren arbeiten Entwickler an der 2-D-Animationssoftware Synfig, schreibt Alexandre Prokoudine im Blog von Libre Graphics World. Die ursprüngliche Idee bestand darin, das Tweening zu automatisieren. Dabei handelt es sich um eine Technik, um Animationen zwischen zwei Keyframes (Morphing, Cut-out-Animationen) automatisch errechnen zu lassen.

2006 entschloss sich der ursprüngliche Entwickler Robert Quattlebaum, den Quellcode von Synfig unter der GPL zu veröffentlichen. Die Entwicklung geht seitdem gemächlich voran, offenbar begeistert sich bislang eine eher kleine Gruppe von Anwendern für 2-D-Animationen auf Linux-Basis. Einige Features wurden von den Benutzern über Crowdfunding finanziert. Die Synfig-Macher stellen die aktuelle Version der Software und ihre Möglichkeiten in einem eigenen Blogeintrag vor, der auch einige Videos enthält.

Dennoch unterstützt Synfig 1.0 inzwischen eine Reihe von Features. Die Anwendung bringt ein Einzelfenster-GUI auf GTK-3-Basis mit, ein voll funktionierendes Bone-System für die Animationen. Ein Skeleton-Distortion-Layer erlaubt fortgeschrittene Image-Verzerrungen, es gibt ein nicht-destruktives Cut-out-Tool für Bitmap-Images. Mit dem Dynamics Converter lassen sich natürliche Bewegungsdynamiken in Animationen einbauen. Auch eine Soundlayer bringt die Software mit, die den Soundserver Jack und die Formate Wav, Ogg, Vorbis und MP3 unterstützt. Nicht zuletzt beherrscht Synfig eine rudimentäre Starrkörpersimulation.

Mit Synfig 1.0 lassen sich 2-D-Animationen erstellen (Quelle: synfig.org)

Daneben gibt es einige experimentelle Features: Die Entwickler arbeiten am Synfig-Dateiformat SFG, an einer Zeichen-Engine mit My-Paint-Pinseln und am Support für eine Frame-by-Frame-Animation. Das Team um Konstantin Dmitriev fokussiere sich zudem künftig darauf, die Rendering-Performance zu verbessern, schreibt Prokoudine. Daher arbeite man an einer plattformübergreifenden Open-GL-Unterstützung. Kleinere Verbesserungen am User Interface werde es wohl geben, größere müssten allerdings warten bis die Open-GL-Arbeit abgeschlossen sei. Man nehme auch weiterhin Spenden an, verzichte aber zunächst auf ein weiteres Crowdfunding, bevor man nicht zumindest einen Prototypen vorweisen könne, denn auf dem Weg dorthin seien eine Reihe von Fallstricken zu erwarten.

Version 1.0 der Software wartet auf Fosshub, für die instabile Open-GL-Version gibt es ein Github-Repository, das normale Nutzer allerdings meiden sollten.

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