Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin Microsoft/
© Rudmer Zwerver, 123RF.com

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Open Stack auf Microsoft Windows

Gestapelte Fenster

Damit Microsoft den Hype um Open Stack nicht verschläft, greift dem Konzern jetzt eine italienische Firma unter die Arme. Die verspricht, Open Stack mit dem Hypervisor Hyper-V zu verheiraten – und das gelingt dank Python erstaunlich gut. Grund genug, einmal etwas genauer hinzuschauen.

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Microsoft und Linux, oft genug war das eine Beziehung voller Missverständnisse, FUD und Emotionen. Noch vor zwölf Jahren bezeichnete Steve Ballmer Linux als Krebsgeschwür [1], doch seit einiger Zeit ist der Konzern von seiner Konfrontationsstrategie abgerückt, setzt lautstark auf "Interoperabilität", leistet gar einen beträchtlichen Beitrag zum Linux-Kernel und wird nicht müde, sich als Open-Source-Company zu präsentieren.

Linux by Microsoft

Microsoft nimmt mittlerweile beträchtlichen Anteil an vielen OSS-Entwicklungen und schottet seine Produkte gegen quelloffene Software längst nicht mehr so radikal ab wie früher. Freiwillig ist das nicht, denn ein Strategiewechsel tut not: Im Rechenzentrum dominiert in Zeiten der Cloud immer häufig das flexiblere Linux, Windows-Server kommen immer öfter in die Unterzahl.

Ein verbreitetes Vorurteil stellt die Fähigkeiten von Windows in modernen Cloudumgebungen in Frage – zu kompliziert seien Lizenzmanagement und Administration; das proprietäre System käme vergleichsweise schlecht mit den Cloudkonzepten der Linux-dominierten Wolken zurecht. Zugleich weiß jeder, der mal eine Migration betreut hat: Ganz ohne Windows geht es eben meistens doch nicht.

Bei der Cloud, so wie sie der folgende Artikel verwendet, dreht sich alles um das Bereitstellen von virtuellen Systemen, kombiniert mit den Vorteilen von Online-Speicherangeboten und der Möglichkeit für Benutzer, an einem Self-Service-Portal selbst und ohne Eingriff des Dienstleisters etwa neue virtuellen Maschine anzulegen oder Onlinespeicher bei Bedarf einfach zu erweitern.

Der Cloud-Computing-Umgebung selbst, im folgenden Beispiel dem derzeit von vielen Konzernen promoteten Open Stack ([2], [3], [4]), kommt die Aufgabe des Managements zu. Damit dieses hochdynamische Prinzip funktioniert, müssen die Komponenten einer Cloudumgebung aber in vielerlei Hinsicht zusammenspielen – und da liegt auch die Motivation hinter Microsofts Interop-Strategie.

Installation war gestern!

Die Umgebung verwaltet die Hypervisor-Knoten und kümmert sich um die Nutzerverwaltung und die der Netzwerktechnik, die ja üblicherweise auf Software-defined Networking (SDN) setzt. Zudem muss eine Cloud auch Betriebssystem-Abbilder bieten – niemand zwingt heute Kunden, die nur virtuelle Maschinen starten wollen, ein Betriebssystem zu installieren, am Ende noch von CD oder DVD!?

Grob gesagt, wären auf der einen Seite viele potenzielle Kunden dazu rein technisch gar nicht mehr in der Lage, auf der anderen Seite würde das den Vorgang, auch nur unnütz in die Länge ziehen und kostspielige Ressourcen belegen. In modernen Cloudumgebungen arbeitet der Kunde mit vorgefertigten Festplatten-Abbildern, aus denen er sich eines per Mausklick aussucht, dazu noch ein Speichergerät aus den von ihm gebuchten Ressourcen in der Cloud – fertig ist der neue Server.

Für die Cloud und ihren Hypervisor gilt: Paravirtualisierte Systeme arbeiten in der Regel deutlich schneller als ihre vollvirtualisierten Pendants. Damit Paravirtualisierung funktioniert, braucht das Gastsystem aber spezifische Treiber. Die lassen es wissen, dass es selbst virtualisiert läuft und mit einem Hypervisor zusammenzuarbeiten hat. Solange geeignete Treiber im Gastsystem zur Verfügung stehen, ist also alles in bester Ordnung. Aber der Treiber für den Gast muss speziell darauf abgestimmt sein, wie der jeweilige Hypervisor tickt. Ein vorhandener Treiber zur Paravirtualisierung in KVM hilft in einem Xen-Setup nicht weiter.

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