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Die Greenbone Vulnerability Assessment und Management Appliance im Test
Voll im Blick
von Jörg Fritsch
Erschienen im Linux-Magazin
2010/08
Der deutsche Hersteller Greenbone liefert seit Februar 2010 eine eigene Appliance fürs Vulnerability Assessment und Management aus. Auf ausgereifter Hardware arbeitet dabei Debian mit Open VAS. Das Linux-Magazin-Labor hat die schillernd grüne Echse getestet.
Der Markt für Security-Assessment-Tools wächst stetig, spätestens seit 2001 die amerikanische Firma Foundstone mit ihrem Foundscan MMS [1] den ersten SA-Service herausbrachte. Kein Wunder, dass wenig später Branchenriese McAfee Foundstone schluckte und sich, wie viele seiner Konkurrenten, nicht mehr nur das bloße Ausfindigmachen von Schwachstellen, sondern gleich das ganze "Vulnerability Management" auf die Fahnen schrieb.
Während Admins größerer Firmen vor zehn Jahren noch davon träumten, solcher Schwachstellen durch das Erkennen mit Vulnerability Assessment und die folgenden Patches automatisch Herr zu werden, mussten die meisten von ihnen in der Zwischenzeit erkennen, dass solche Lücken wohl untrennbar mit der Informationstechnologie verbunden sind.
Vulnerability Management
Also verschiebt sich der Fokus auf den richtigen Umgang mit dem Unvermeidbaren. Vulnerability Management Appliances und Services helfen heute eher dabei, die Schwachstellen zu erkennen, zu dokumentieren und die Trends zu beobachten. Je nach Produkt geben sie bisweilen auch noch Ratschläge und Tipps, wo sich Verbesserungen in Form von Patches oder Konfigurationsänderungen ansetzen lassen.
McAfee & Co.
Neben McAfee streiten sich Anbieter wie Qualys [2], Ncircle [3] und Rapid7 [4] um den sicherheitsaffinen Kunden. All diesen Produkten ist eines gemeinsam: Egal ob die Hersteller "Fully Managed Services" anbieten oder mit einer Appliance daherkommen, jeder hat seine eigene Vulnerability Assessment Engine (VAE) entwickelt - und keines dieser Produkte nutzt den Open-Source-Platzhirsch Open VAS [5].
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Hersteller: Greenbone [6]
Zielgruppe: Mittlere und große Unternehmen, die BSI-Grundschutz implementieren
Architektur: Intel X86
Betriebssystem: Debian Linux mit Kernel 2.6.26 und Open VAS
Netzwerk-Anschlüsse: 4x 1 GBit/s (UTP), 4x 1-GBit/s-Ethernet (SFP)
Preise: Etwa 13000 Euro inklusive 1 Jahr Greenbone Network Vulnerability Feeds, später 6000 Euro pro Jahr (für die NVTs)
Optional: Hardware-Support 250 Euro/Jahr
Abmessungen: 4,4 x 42,7 x 23,5 cm
Gewicht: 13 kg
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Ganz anders der Greenbone Security Manager (GSM, [6]). Die giftgrüne Appliance mit dem bissigen Logo (Abbildung 1) gibt es zwar nur in einer Variante (siehe Kästen "Greenbone Security Manager" und "Hardware"), aber dafür ist sie gegenwärtig die einzige Schwachstellenmanagement-Appliance, die komplett auf Open-Source-Software setzt: Sie kombiniert Debian Linux (Kernel 2.6.28) mit Open VAS.

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Abbildung 1: Hund, Drache oder Dinosaurier? Je nach Kulturkreis soll der Kunde sich das aussuchen.
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Abbildung 2: In stechendem Grün kommt die GSM-Appliance daher, auf der Unterseite der 19-Zoll-Box zeigt sich der modulare Aufbau.
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Greenbone verspricht eine "schlüsselfertige Lösung" und die "Inbetriebnahme innerhalb von 10 Minuten", was im Test auch wirklich gelingt. Der GSM war - von innen betrachtet - die beste Appliance-Plattform, die Tester in den vergangenen Jahren im Linux-Magazin-Labor aufgeschraubt haben. Die Appliance hat ein übersichtliches Design mit klar erkennbaren Einzelkomponenten.
Alle Einschübe wie die NICs rechts vorne lassen sich blockweise entfernen, was an der Unterseite der Appliance sichtbar ist (Abbildung 2). Hier sind Netzanschlüsse und Fans separat mit Schrauben fixiert. So tauscht der Admin sie aus, ohne das Gehäuse zu öffnen. Die Appliance kommt mit vier UTP-Ports (10/100/1000) und vier unbestückten SFP-Ports. Ebenfalls von Greenbone sehr gut gelöst: Das Circuitboard selbst ist mit einem Blech vor der Stromversorgung geschützt und verfügt über LEDs zur internen Diagnostik (Abbildung 3).
Auch die CPU ist einfach austauschbar. Im Gegensatz dazu wirkt die Ausstattung an anderer Stelle allerdings geradezu spartanisch: Nur zwei Bänke für den Hauptspeicher und als CPU nur ein Intel Core Duo 6600 mit 2,4 GHz. Der Hauptspeicher ist mit 2 GByte Non-ECC-Ultraslim-Memory bestückt.
Bei den Festplatten hat der Hersteller zuverlässige Enterprise-Varianten verbaut. Generell sind alle Komponenten gut durchdacht und hochwertig, die Appliance verfügt auch über Anschlüsse für Monitor, Tastatur und Maus. Auf einer beiliegenden 2 GByte großen CF-Card findet sich das Wartungssystem des Herstellers. (Norbert Landowski)
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