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Systemmonitore für den Desktop
Alles im Blick
von Markus Klimke
Erschienen im Linux-Magazin
2010/04
Wie geht es meinem Rechner? Womit ist er gerade beschäftigt? Wie ist die Speicher- und Netzwerkauslastung? Wie geht es der CPU und den Festplatten? Diese und andere Fragen beantworten sechs Überwachungsprogramme, jedes auf seine Weise.
Systemmonitore beobachten die CPU-Leistung, die Temperatur und den Datendurchsatz, zeigen Informationen zur Systemauslastung in Echtzeit an und helfen damit, frühzeitig Hardware- und Softwareprobleme zu erkennen. Überschreitet eine Festplatte beispielsweise im Betrieb über einen längeren Zeitraum eine festgelegte Temperatur, ist davon auszugehen, dass sie nicht mehr lange arbeitet oder zumindest die Gehäuselüftung versagt. Bremst plötzlich das System und arbeitet nur noch sehr zäh, könnte das die Schuld eines Prozesses sein, der reichlich CPU-Zeit konsumiert.
Sensoren auf dem Mainboard oder zusätzliche Schnittstellen wie beispielsweise das Intelligent Platform Management Interface (IPMI, [1]) zeichnen laufend Werte auf. Die Treiber für diese Sensoren sind im Linux-Kernel enthalten und der Treiber des jeweiligen Mainboard-Sensors legt seine Daten in aller Regel unter »/proc« ab. All diese und weitere Werte beschreiben den Gesundheitszustand einer Maschine. Bei der schnellen Auswertung der Daten helfen Überwachungsprogramme - sechs grafische Vertreter treten in diesem Test gegeneinander an.
Gkrellm
Gkrellm [2] verbraucht wenig Systemressourcen und überwacht außer dem eigenen Computer auch entfernte Systeme. Zu diesem Zweck bietet Gkrellm einen eigenständigen Daemon, der auf beiden Rechnern laufen muss. Nach dem Start zeigt die GTK-Anwendung einen ersten Zustandsbericht und präsentiert den Hostnamen, das Datum, die Uhrzeit und die CPU(s). Außerdem informiert das Tool über die Anzahl der aktiven Benutzer, der Prozesse und Netzwerkadapter und gibt Auskunft zur Festplattenaktivität, zum Speicher samt Swapbereich und zu eingehenden E-Mails.
Die einzelnen Abschnitte richtet der Anwender über das Kontextmenü der rechten Maustaste ein (Abbildung 1). Hier schaltet er Überwachungsfunktionen ein und aus und nimmt die Feinabstimmung der Anzeige vor. Der Konfigurationsdialog bietet außerdem Zugriff auf die Erweiterungen und Themes sowie allgemeine Programmeigenschaften.

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Abbildung 1: Gkrellm bereitet den zeitlichen Verlauf der Aktivitäten in Liniendiagrammen grafisch auf. Die Feinabstimmung erfolgt per Rechtsklick.
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Auf Wunsch warnt Gkrellm den Benutzer oder löst einen Alarm aus, wenn das System Grenzwerte überschreitet. Die Ober- und Untergrenze sowie die zeitlichen Intervalle für Alarm und Warnung sind frei wählbar. Ebenso definiert der Anwender auf Wunsch selbst, auf welche Weise der Systemmonitor warnt und alarmiert (siehe Abbildung 2).

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Abbildung 2: Gkrellm erlaubt es dem Anwender, eigene Kommandos für Alarm und Warnung einzustellen.
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Für Gkrellm stehen zahlreiche Themes und Plugins zur Verfügung. So gibt es Erweiterungen zur Überwachung der Caps-Lock-, Num-Lock- und Scroll-Lock-Tasten, zum Einbinden von Bildern (Beobachtung von Webcams oder Wetterkarten), Batteriemonitore für Laptops, Erinnerungsfunktionen, für die Überwachung von Wireless-Links und vieles mehr. Die meisten Plugins sind von der Gkrellm-Homepage aus verlinkt, die Skins sind unter [3] erhältlich.
Ksysguard
Das Überwachungstool ist Bestandteil des KDE-Desktops [4]. In der Voreinstellung zeigt der Monitor zwei Reiter: einen für die Systemlast und einen für die Prozesse. Weitere Reiter, die bei Ksysguard übrigens Arbeitsblätter heißen, fügt der Benutzer über das Menü »Datei« hinzu. Für das neue Arbeitsblatt definiert er einen Titel, mehrere Zeilen und Spalten sowie ein Aktualisierungsintervall. Danach zieht er einzelne Sensoren aus dem Sensor-Browser in den linken Bereich.
Einige Anzeigen können mehrere Werte darstellen und viele Kategorien besitzen zahlreiche Unterabteilungen. So ist es im Bereich »Netzwerk« möglich, mehrere Schnittstellen einzurichten. Das KDE-Programm unterscheidet zwischen gesendeten und empfangenen Daten und bietet für diese jeweils Sensoren wie »Daten«, »Pakete« und »FIFO-Überläufe« an (siehe Abbildung 3).

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Abbildung 3: Der Sensor-Browser stellt lokale und entfernte Rechner und deren Sensoren in einer Baumansicht dar.
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Bevor ein Sensor sich einnistet, fragt Ksysguard nach der bevorzugten Darstellungsart: Linien- oder Balkendiagramm, Digitalanzeige oder Ausgabe in eine Logdatei. Ein Rechtsklick auf einen Sensor im Arbeitsblatt entfernt diesen oder öffnet einen Einrichtungsdialog, der größtenteils optische Eigenschaften konfiguriert.
Genau wie Gkrellm bringt Ksysguard einen Daemon als Datensammler mit. Nach der Einrichtung eines neuen Arbeitsblatts bietet das Menü »Datei« den Eintrag »Entfernten Rechner überwachen«. Wie der Name vermuten lässt, ist es damit möglich, einen Ksysguard-Daemon auf einem Remotesystem als Datenquelle zu nutzen (siehe Abbildung 4).

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Abbildung 4: Mit Ksysguard lassen sich auch entfernte Maschinen über verschiedene Netzwerkprotokolle überwachen.
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Mehrere Protokolle stehen zur Wahl, darunter SSH, RSH und selbst definierte Befehle. Hinter dem Verbindungstyp »Dienst« verbirgt sich der Ksysguard-Daemon selbst. Nach der Einrichtung erscheint im Sensor-Browser ein weiterer Eintrag für den entfernten Rechner. Für diesen stehen die gleichen Sensoren bereit wie für lokale Computer.
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