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Stille erzeugen

Das in Zeile 43 mit Mencoder geschriebene Titelvideo besitzt keine Tonspur, denn Jpeg-Bildern ist kein Audiosignal zugeordnet und Mencoder wurde mit »-noaudio« ruhiggestellt. Ein Video ohne Ton lässt sich aber nicht mit einem mit Tonspur zusammenschweißen, also muss das Skript nun eine Sounddatei mit 2 Sekunden Stille produzieren.

Ruhe montieren

Die ab Zeile 139 definierte Funktion »silent.wav()« nimmt dazu die Anzahl der Sekunden, den Namen der Ergebnisdatei, die Anzahl der Messpunkte pro Sekunde, die Anzahl der Kanäle und die Byte-Breite eines Messpunkts entgegen. In einer neu angelegten temporären Datei mit dem Suffix ».dat« legt es die Rohdaten ab. Das Utility Sox greift sie sich in Zeile 156 und macht daraus die WAV-Datei.

Zurück im Hauptprogramm wäre es nun eigentlich folgerichtig, die Sounddatei mit dem Titelvideo zu verbandeln. Doch leider schafft Mencoder dies nicht, ohne die Audiotracks auf übelste Art und Weise zu verschieben, was die Synchronisation von Ton und Bild stört. Hingegen funktioniert tadellos, die Audiospur des Originalvideos zu extrahieren, sie mit dem vorher erzeugten Still-Audio zusammenzuschweißen und die entstehende Gesamt-Audiospur mit den zwei aneinandergereihten tonlosen Videos zu verschmelzen.

Der Mplayer-Aufruf in Zeile 57 extrahiert die Audiospur des Originalvideos. Die Zeile 60 legt die stille Tonspur davor und erzeugt so die Gesamt-Tonspur in der Datei »$audio_total«. Zeile 63 wirft Mencoder an, hängt »$video_title« und »$video_file« noch mit der Option »-nosound« hintereinander und konvertiert das Ergebnis in eine AVI-Datei.


Abbildung 3: Die Rohdaten einer 2 Sekunden langen stillen Audiodatei.

Eigentlich sollte man meinen, dass Mencoder die aus den Jpeg-Fotos erzeugte Videodatei im Mjpeg-Format an ein mit einer Kamera im Mjpeg-Format erzeugtes Video anhängen könnte, ohne am Codec herumzufummeln, aber Mencoder bricht mit einer Fehlermeldung ab. Falls Mencoder die Camcorderdatei aber selbst in Mjpeg umwandelt, funktioniert das spätere Anhängen tadellos. Das ist schade, denn das Umkodieren dauert fast so lange, wie das Video spielt, während die Option »-ovc copy« um ein Vielfaches schneller durch das Format rast.

Nun fehlt noch, die vorher angelegte Gesamt-Tonspur »$audio_total« in das eben erzeugte, noch tonlose Gesamt-Video einzubinden. Der Mencoder-Aufruf in Zeile 68 mit der Option »-audiofile« erledigt genau dies, lässt die Videokodierung mit »-ovc copy« in Frieden und schreibt das Ergebnis-AVI in die Datei, deren Name in »$video_out« liegt, also »testvideo-withtitle.avi«.

Das Skript nutzt einige Utility-Funktionen, die es zum Teil selbst definiert und zum Teil aus dem CPAN-Modul Sysadm::Install zieht. Die ab Zeile 73 definierte Funktion »throwaway_file()« erzeugt zum Beispiel eine temporäre Datei mit der in »$suffix« geforderten Endung. Dies ist wichtig, denn manche Utilities schließen von der Endung auf das Format. Die temporären Dateien verwaltet das CPAN-Modul File::Temp.

Die Funktion »shell()«, definiert ab Zeile 85, führt ein als Liste übergebenes Shellkommando mit Parametern aus, prüft, ob alles klarging, und bricht das Programm ab, falls etwas schieflief. Die Deklaration der Funktion in Zeile 10 von »video-title-add« dient lediglich dazu, später den klammerlosen Aufruf der Funktion »shell« zu erlauben. Shell nutzt die Funktion »tap()« aus dem CPAN-Modul Sysadm::Install, die ein externes Programm aufruft.

Die beiden Tools Mencoder und Sox sind auf Linux-Systemen oft schon installiert. Die CPAN-Module Sysadm::Install, Log::Log4perl, Imager und Imager::Fill sind ebenfalls als Debian-Pakete verfügbar. Falls dies für die verwendete Distribution nicht zutrifft, hilft eine CPAN-Shell bei der Installation. Das Modul Video::FrameGrab ist auf jeden Fall so zu installieren. Der in Zeile 13 definierte Pfad zur Truetype-Fontdatei für den verwendeten Font »VeraSe.ttf« ist unter Umständen an die lokalen Gegebenheiten der Distro anzupassen.

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Kommentare (1)
von
perle,
05.12.2009 17:33
Immer wieder....
... erstaunlich der Herr Schili