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© davidephoto, Fotolia.com

Synchronisations-Werkzeuge

Im Gleichklang

von Markus Klimke
Erschienen im Linux-Magazin 2009/12

Daten zwischen unterschiedlichen Systemen, Geräten oder Anwendungen zu synchronisieren - das ist eine Aufgabe, die kein Anwender von Hand erledigen möchte. Verschiedene Tools helfen beim Abgleich.

Die meisten Benutzer speichern ihre Daten nicht nur auf verschiedenen Computern, sondern verteilen sie auch noch an Internetdienste wie etwa Flickr, Facebook oder Picasa. Dazu kommen meist noch mobile Geräte, deren Daten es mit dem Kalender des PC abzugleichen gilt. Diese Datenflut einigermaßen synchron zu halten ist kein leichtes Unterfangen. Mehrere Tools empfehlen sich für die unterschiedlichen Aufgaben; wo ihre Stärken und Schwächen liegen, das zeigt diese Bitparade.

Rsync

Rsync ist der Klassiker, wenn es darum geht, Datenbestände synchron zu halten ([1], [2]). Das 1999 von Samba-Entwickler Andrew Tridgell geschaffene Werkzeug für den Datenabgleich erledigt seine Arbeit zuverlässig und flott. Einziges Manko: Rsync überträgt nur in eine Richtung von der Quelle zum Ziel.

Rsync zerlegt Dateien in Blöcke, vergleicht diese mit Hilfe von Prüfsummen und überträgt schließlich nur die geänderten Teilstücke. Dieses Feature sorgt unter anderem dafür, dass das Tool abgebrochene Datenübertragungen wieder aufnimmt. Es setzt bei wiederholter Ausführung dann einfach die Synchronisation an der Bruchstelle fort.

Rsync beherrscht nicht nur den Abgleich von Daten im lokalen System, sondern auch über das Netzwerk. Mit verschiedenen Aufrufoptionen teilt der Anwender der Software mit, welches Protokoll sie verwenden soll. Zur Wahl stehen RSH, SSH oder ein eigenständiger Rsync-Server-Prozess; Verschlüsselung bietet aber nur die Variante mit dem Datenaustausch via SSH.

Rsync verrichtet seine Arbeit vornehmlich auf der Konsole, es stehen aber einige grafische Aufsätze zur Verfügung, die per Mausklick Zugriff auf die wichtigsten Features bieten (siehe Abbildung 1). Ein Blick auf Gadmin-Rsync [3], Grsync [4] oder Backup Monitor [5] lohnt sich.


Abbildung 1: Für Rsync stehen verschiedene, mehr oder weniger komfortable grafische Frontends zur Verfügung (hier Grsync und Gadmin-Rsync).


Unison

Ändern sich Quelle und Ziel gleichermaßen, braucht es ein Werkzeug, das die Unterschiede auf beiden Systemen untersucht und sie auf den gleichen Stand bringt. Im Gegensatz zu Rsync, das nur in eine Richtung arbeitet, berücksichtigt Unison beim Synchronisieren beide Seiten [6]. Genau wie Rsync unterstützt Unison die Netzwerkprotokolle RSH und SSH. Alternativ arbeitet es über einen Socket als eigenständiger Prozess.

Die Software werkelt sowohl auf der Konsole als auch im mitgelieferten, eher rudimentär wirkenden grafischen Interface. Der Anwender automatisiert viele Vorgänge über eine oder mehrere Konfigurationsdateien, die verschiedene Orte und Datensätze enthalten. Die Verwaltung dieser Profile, die im versteckten Verzeichnis »~/.unison« liegen, erfolgt entweder im Texteditor oder über das GUI [7].

Befinden sich zwei verschiedene Versionen einer Datei auf beiden Seiten, kann Unison diese zusammenführen. Allerdings ist diese auf Diff3 basierende Merge-Funktion zur Konfliktbewältigung nicht einfach zu bedienen. Außerdem fehlt die Unicode-Unterstützung - Unison rekodiert Umlaute bei der Übertragung in eine nicht mehr lesbare Form. Dass sich dies in Zukunft ändert, ist zu bezweifeln: Unison wird nicht weiterentwickelt.

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