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Terminplanung in Echtzeit über Groupware-Varianten hinweg
Grenzenlos daten
von Markus Feilner, Helge Hess
Erschienen im Linux-Magazin
2009/12
Termine außerhalb der eigenen Groupware auszutauschen, ging bislang gar nicht oder nur asynchron. Caldav erledigt das schnell und bequem.
Google, Yahoo, Sun, Apple, Oracle, Microsoft, Lotus: was sich wie das Who-is-Who der IT-Welt anhört, ist nur ein Ausschnitt einer Liste der Firmen, die zuletzt bekannt gaben, in ihren Groupware-Angeboten Caldav [1] oder dessen Varianten Groupdav [2], Carddav [3] einzusetzen.
Aufgeholt
Vor zwei Jahren bemängelte ein Artikel auf Linux-Magazin Online [4], dass nur wenige Server das Format für den Austausch von Kalenderdaten beherrschten. Das hat sich gründlich geändert, vom I-Phone bis zu Linux-Mailservern wie Opengroupware, Kerio (Abbildung 1) und Communigate existiert mittlerweile eine Vielzahl von Tools, die dank Caldav auch mit fremden Groupwareservern planen können, ohne auf Bestätigungsmails der Teilnehmer warten zu müssen.

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Abbildung 1: Hersteller wie Kerio wollen mit Ihrem Caldav-Engagement gerade auch die Mac-User anbinden.
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Der Erfolg des Standards scheint logisch, auch weil sonst keine andere Techologie in Sicht ist, mit deren Hilfe sich in Echtzeit Termine aushandeln lassen, wenn die Teilnehmer eine fremde Groupware verwenden. Auch die IETF kennt das Problem und hat jüngst in RFC 5545 [5] ein Update der "Internet Calendaring and Scheduling Core Object Specification" herausgebracht. Mit deren Hilfe soll sich gerade im Bereich der Terminplanung einiges verbessern.
Echtzeit Fehlanzeige
Calendaring ist deutlich komplexer, als es den meisten Anwendern bewusst ist. Viele kleinere Systeme, Server und Clients gleichermassen, beherrschen nur die Terminplanung für einen einzelnen Benutzer und scheitern daran, mehrere Kalender in Einklang zu bringen. Bei Verfügbarkeit, Free-/Busy-Listen und Gruppenterminen mit gemeinsam genutzten Ressourcen sträuben sich deshalb Admins und IT-Leitern gleichermassen die Nackenhaare.
In lokalen Teams funktioniert das zwar meist gut, aber zum Beispiel Kolab dazu zu überreden, mit Lotus Notes vom Partnerunternehmen zu kooperieren, erweist sich als unmöglich. Darum verschicken Nutzer freier wie kommerzieller Groupware E-Mails mit Terminanfragen in Formaten wie sie das Icalendar Message-Based Interoperability Protocol (IMIP, [6]) oder das Icalendar Transport-Independent Interoperability Protocol (ITIP, [7]) vorgeben. Erst wenn beide Seiten E-Mails gelesen und den Termin (wieder per Mail) bestätigt haben, ist er in beiden Kalendern eingetragen, die Interaktion vom Benutzer bleibt notwendig.
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