Aus Linux-Magazin 11/2009

Open Suse Conference 2009 in Nürnberg

Abbildung 1: Joe „Zonker“ Brockmeier (links) eröffnet die Open Suse Conference 2009. Open-Suse-Projektleiter Andreas Jaeger (Mitte) verspricht robusteres Paketmanagement. Frank Karlitschek (rechts) will einen Open-PC auf Basis von KDE und Open Suse bauen lassen, der komplett mit freier Software ausgeliefert wird. (Foto: Adrian Schröter)

Im Zeichen des scherzhaft Kröte genannten Maskottchens hatte Novells Open-Suse-Projektleitung zur Konferenz geladen. Über 300 Beitragende hatten sich angemeldet und diskutierten über die Distribution.

Das viertägige Treffen besuchten nach Veranstalterangaben 300 Teilnehmer, davon knapp die Hälfte Angestellte von Novell. Beim Blick ins Programm herrschte zunächst Unsicherheit, an wen sich das Meeting eigentlich richten sollte: Beiträge wie Jan Bluncks “Crash-Testing mit Apport” stiegen in die Tiefen der Systempflege hinab, stellte er doch eine Weiterentwicklung des Ubuntu-Tools Apport vor. Es erzeugt bei Abstürzen über »core_pattern« automatisiert einen Stacktrace, versendet ihn und soll ihn automatisch analysieren. Kontrastprogramm im direkten Anschluss: Ein Vortrag erläuterte knapp, wie Anwender sich mit »dmesg« Fehlermeldungen anzeigen lassen.

Community-Manager Joe “Zonker” Brockmeier (Abbildung 1) sah in dieser Diskrepanz aber kein Problem und lobte stattdessen persönliche Kontakte: “Ein Gespräch hier von 30 Minuten ist oft effektiver als eine Woche Diskussion im IRC.” Auf Nachfrage des Linux-Magazins hin grenzte er die Zusammenkunft dann auch von Entwickler-Summits einerseits und User-Meetings wie der Open-Suse-Subkonferenz auf dem Linuxtag ab.

Abbildung 1: Joe „Zonker“ Brockmeier (links) eröffnet die Open Suse Conference 2009. Open-Suse-Projektleiter Andreas Jaeger (Mitte) verspricht robusteres Paketmanagement. Frank Karlitschek (rechts) will einen Open-PC auf Basis von KDE und Open Suse bauen lassen, der komplett mit freier Software ausgeliefert wird. (Foto: Adrian Schröter)

Abbildung 1: Joe „Zonker“ Brockmeier (links) eröffnet die Open Suse Conference 2009. Open-Suse-Projektleiter Andreas Jaeger (Mitte) verspricht robusteres Paketmanagement. Frank Karlitschek (rechts) will einen Open-PC auf Basis von KDE und Open Suse bauen lassen, der komplett mit freier Software ausgeliefert wird. (Foto: Adrian Schröter)

Neues in Suse 11.2

Am Rande der Vorträge teilten maßgebliche Entwickler einige Details der neuen Auflage Open Suse 11.2 mit, die nach ihrer Aussage im Zeitplan liegt und am 12. November 2009 erscheinen soll: Außer an aktuellen Softwarestände wie der Kernelversion 2.6.31 werkeln die Entwickler besonders an der Robustheit des Paketmanagements.

“Installation und Update ändern sich nicht, aber wenn ein Download abbricht, sucht sich das Tool automatisch den nächsten Server oder lädt Pakete parallel”, versprach Jaeger. Zusätzlich wolle man Social Networks auf den Desktop holen. Diesen Plan konkretisierte der KDE-Entwickler Will Stephenson. Mit Open Suse 11.2 greifen Anwender auch ohne Webbrowser auf Tweets oder Facebook zu. Grundlage ist KDE 4.3.

Der neuerdings upstream entwickelte Networkmanager mit vorkonfigurierten Verbindungsdaten fürs UMTS-Netz schafft es aber nicht mehr in die nächste Ausgabe. Akonadi [1], die Middleware für E-Mails, Kontakte und Bookmarks sieht Stephenson in der nächsten Release, jedoch vorerst ohne Support für Kmail.

Open-PC hat gewählt

Am zweiten Tag stellte Frank Karlitschek die Ergebnisse der ersten Umfrage des Open-PC-Projekts vor [2]. Es macht sich zur Aufgabe, eine Hardware fertigen zu lassen, die freie Software vollständig unterstützt. 12000 Teilnehmer hatten sich mehrheitlich für einen günstigen Nettop für unerfahrene Nutzer entschieden. Da sich mit 48,3 Prozent etwas mehr Anwender für KDE als mit 42,7 Prozent für Gnome entschieden hatten, setzt das Projekt bei seiner Distribution auf ein erweitertes Open Suse. Studio, Suses Lösung für Appliances, verwaltet die Software.

So zeigte sich die erste Auflage des Communitytreffens als eine etwas konfuse, aber von Machern und Besuchern ambitioniert aufgenommene Plattform. Wenn das Team um Zonker noch an der Ausrichtung feilt, mausert sich das Event als wichtig für Anwender und Entwickler.

Infos

[1] Bruno Virlet, “Akonadi: Das Groupware Framework”: Linux-Magazin 12/07, S. 44

[2] Open-PC: [http://open-pc.com]

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