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Abbildung 1: Larry Wall lieferte seinen traditionellen Perl-Statusbericht, beim Workshop des Make-Magazins durften die Bastler zum Lötkolben greifen. Der Verleger und Veranstalter Tim O'Reilly rief die Open-Source-Ära in staatlichen Institutionen aus (von links nach rechts).

OSCON 2009 in San Jose

Solides Heimspiel

von Michael Schilli
Erschienen im Linux-Magazin 2009/10

Die O\'Reilly Open Source Convention (OSCON) zog 2009 ins kalifornische San Jose um und behandelte Themen von Solid State Disks und Lizenzen bis zur Existenzgründung. Der Gastgeber Tim O\'Reilly würdigte in seiner Keynote Obamas "Open Government"-Initiative.

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In diesem Jahr hat der O'Reilly Verlag seine jährliche Open-Source-Konferenz OSCON vom relativ beschaulichen Portland im Bundesstaat Oregon ins kalifornische San Jose verlegt, ins Herz des Silicon Valley. Doch auch dort blieb die "Mutter aller Open-Source-Konferenzen" nicht von der aktuellen Wirtschaftskrise verschont. Obwohl der Veranstalter mit 2800 eine nur leicht gesunkene Besucherzahl angibt, waren viele Vorträge und Sitzungen merklich schwächer besucht als in den vergangenen Jahren.

Regierung 2.0

Tim O'Reillys traditionelle Einführungsrede "The O'Reilly Radar" widmete sich dem vom US-Präsidenten Obama aufs Tapet gebrachten Thema "Open Government" und der Webseite Data.gov, auf der die US-Regierung eine Fülle von politisch relevanten Daten zur öffentlichen Nutzung freigibt. Die Initiative "Apps for America 2" ruft auf [http://www.sunlightlabs.com/contests/appsforamerica2/] dazu auf, die Rohdaten in nützliche Applikationen zu füttern. O'Reilly betonte, es sei nicht genug, sich auf die Regierung zu verlassen, der Open-Source-Bürger müsse die Sache selbst in die Hand nehmen, wenn der Staat versage.

Die OSCON bot mit 15 parallelen Tracks eine Fülle von Beiträgen - teils hochkarätig: rechtliche Ratschläge zum Thema Copyright und Lizenzen, Tutorials zu allerlei alten und neuen Unix-Tools sowie Webtechnologie, Programmiertipps und Berichte aus der Industrie zum Einsatz von Open Source.

Der Dateisystem-Guru Ted T'so berichtete, dass neue SSD-Technologie wohl nur langsam alte Festplatten verdrängen werde. Zu gering sei der von den Herstellern erzielbare Gewinn. Kaum jemand werde sich deshalb Forschungsausgaben aufbürden, um die hinterherhinkende Speicherkapazität der Solid State Disks zu verbessern.

Startup ohne VC

Der Github-Gründer Chris Wanstrath verriet den anwesenden Open-Source-Programmierern, wie sich mit nur wenig privat investiertem Geld und ohne Venture-Capital-Spritze eine erfolgreiche Firma aufziehen lässt. Sein Unternehmen beschäftigt mittlerweile trotz des derzeitigen wirtschaftlichen Gegenwinds acht Leute. Der klare Vorteil: Kein Finanzmagnat redet in das Konzept hinein.

Googles Open-Source-Beauftragter Chris DiBona verriet statistische Daten, die die Suchläufe der firmeneigenen Crawler ermittelt haben: Insgesamt finden sich im Web etwa 30 Millionen unterschiedliche Dateien mit Open-Source-Code, zusammengerechnet 2,5 Milliarden Zeilen. 50 Prozent davon sind unter den einzelnen GPL-Versionen lizenziert, 20 Prozent unter der LGPL, 13 Prozent unter BSD- und 7 Prozent unter der Apache-Lizenz. Überraschenderweise beträgt der GPLv3-Anteil im GPL-Sektor bereits 45 Prozent.

Die traditionell auf der OSCON verliehenen Google Open Source Awards gingen an Brian Aker für MySQL und Drizzle, Bruce Momjian für PostgreSQL, Clay Johnson für seinen Einsatz als Community Builder in Sunlight Labs, an Evan Prodromou als bestem Social-Networking Hacker bei Identi.ca und Laconi.ca sowie an Penny Leach für ihre Lehrtätigkeit in Mahara und Moodle. (mhu)

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