Open Source im professionellen Einsatz

Newsletter abonnieren
Seite durchsuchen

HEFTARCHIV | NEWS | E-BIBLIOTHEK | VIDEO | BLOGS | WHITEPAPER | EVENTS | ACADEMY | ABO | SHOP

user friendly

  Home  »  Heft & Abo  »  Heftarchiv  »  2009  »  05  »  Canale Grande  

RSS-Feed der aktuellen News von Linux-Magazin Online Folgen Sie Linux-Magazin Online auf Twitter
Diesen Artikel druckenDiesen Artikel weiterempfehlen Diesen Artikel kommentieren Newsletter abonnieren
Share/Bookmark

© pixelputze, Photocase.com

Praxis: Linux-Hosts anbinden an ein Fibre-Channel-SAN

Canale Grande

von Michael Lorenz
Erschienen im Linux-Magazin 2009/05

Bis zu 8 GBit/s liefert ein per Fibre Channel verkabeltes SAN. Damit ein Linux-Host dabei nicht den Bach runtergeht, will der Host-Bus-Adapter gut ausgewählt und konfiguriert sein. Ein Bericht aus der Praxis.

Da Rechenzentren und ähnlich große IT-Landschaften zu Linux\' natürlichem Lebensraum zählen, müssen damit ausgerüstete Server auch innige Kontakte zu Storage Area Networks halten. Alle Hosts im SAN besitzen Zugriff auf ein oder mehrere Storage Arrays, die Verbindung erfolgt entweder Filesystem-basiert per NAS oder Block-basiert via I-SCSI oder Fibre Channel (FC). Am weitesten verbreitet ist die FC-Architektur, in den kleineren und mittleren Segmenten gewinnt I-SCSI aber an Bedeutung.

Das SAN vereinfacht dem Admin das Verwalten des Speicherplatzes. Er kann einem Host sehr schnell mehr Speicherplatz zuweisen und auf vielfältige Weise die Daten des Storage-Systems migrieren, klonen, replizieren oder an andere Standorte spiegeln (Desaster Recovery). Mehrere Server, auch als Cluster, dürfen gleichzeitig auf denselben Speicherplatz zugreifen. Fibre Channel [1] überträgt derzeit maximal 8 GBit/s, am verbreitetsten sind aber 4-GBit/s-Komponenten.

Um auf ein Fibre-Channel-SAN zuzugreifen, benötigt ein Host einen Host-Bus-Adapter, kurz HBA, je nach Host-Hardware als PCI-X- oder PCI-Express-Version. In großen Umgebungen sind HBAs von Emulex [2] und Qlogic [3] der Stand der Dinge (Abbildung 1). Viele Serverproduzenten verkaufen mit ihren Produkten OEM-HBAs beider Hersteller. Auch für die FC-Switches gibt es nur wenige Firmen, die wichtigsten: Cisco, Qlogic und Brocade. Den Vierten im Bunde, McData, hat vor einiger Zeit Brocade übernommen. Wie bei den HBAs leiten sich von Brocade-Switches viele OEM-Produkt ab.


Abbildung 1: Die Hersteller Emulex und Qlogic beherrschen bei Fibre Channel den Adapter-Markt. Links das Modell LPe 12000, rechts QLE 2462.


Abbildung 1: Die Hersteller Emulex und Qlogic beherrschen bei Fibre Channel den Adapter-Markt. Links das Modell LPe 12000, rechts QLE 2462.

Das einfachste SAN besteht aus einem Fibre-Channel-Switch, einem Storage-Array mit Controller und den angeschlossenem Hosts mit je einem HBA. Dieses Setup taucht in der Praxis aber nicht auf, da es mehrere Single Points of Failure aufweist. Sobald der FC-Switch oder der Storage-Controller im Array ausfällt, ist\'s mit dem Zugriff auf die Daten Essig.

Firmware-Praxis

Darum besteht ein SAN im Rechenzentrum aus mindestens zwei unabhängigen FC-Switches (Fabrics), einem Storage-Array mit redundanten Storage-Controllern und mindestens zwei HBAs pro Host, jeweils verbunden mit einem Switch. Hier darf eine Komponente ausfallen, ohne dass die Hosts den Zugriff auf ihren Speicherplatz verlieren.

Damit dies im Fehlerfall sicher funktioniert, sollte der Admin beim Anschluss eines Linux-Host einiges beachten, beispielsweise, dass die HBA-Firmware auf einem von Storage- und SAN-Herstellern zertifizierten Stand ist. Die Firmen stellen dazu Dokumente und Kompatibilitätsmatrizen zur Verfügung. Auf den Websites von Emulex und Qlogic liegt zudem dedizierte Firmware zum Flashen der HBAs nach Storage-Herstellern geordnet.

Die Firmware besteht aus einer Komponente für den Normalbetrieb und einem Boot-Bios. Dessen bedarf es nur, wenn der Host über die HBAs vom Storage-Array booten soll. Das Flashen der HBA-Firmware erfolgt entweder über die gute alte DOS-Bootdiskette oder über dedizierte Management-Tools vom Hersteller.

Welchen Treiber nehmen?

Wie bei der Firmware sollte auch der Linux-Treiber auf einem vom Storage-Anbieter zertifizierten Stand sein. Einige Hersteller liefern speziell für ihre Systeme optimierte Treiber aus, andere haben die enthaltenen Standardtreiber der kommerziellen Enterprise-Distributionen wie RHEL oder SLES zertifiziert. Auf den HBA-Herstellerseiten sind die Download-Möglichkeiten wieder nach Storage-Vendors geordnet oder es gibt Links zu den Anbietern.

Meist liegen die Treiber als RPM-Pakete vor. Vor ihrer Installation oder einem Treiber-Upgrade sollte der Admin die aktiven Treiber mit »modprobe -r HBA-Treiber« entladen. Je nach Hersteller muss er nach dem Einspielen des Pakets die Dateien »modprobe.conf« und »modprobe.conf.local«, eventuell auch »/etc/sysconfig/kernel«, anpassen und eine neue Ramdisk erzeugen. Manche Treiberpakete enthalten auch Installer, die den ganzen Vorgang automatisieren, zum Beispiel Emulex das Skript »lpfc-install«.

Neben Treibern bedienen Emulex und Qlogic den Admin mit Management-Utilities - als CLI (HB Anyware CLI und SAN Surfer CLI) und als GUI (HB Anyware und SAN Surfer). Qlogic biete noch weitere Tools an, als besonders nützlich erweist sich das Qlogic FC HBA LUN Scan Utility [4]. Es scannt nach neu zugewiesenen Devices, ohne den HBA-Treiber ent- und neu laden zu müssen.

Sie können diesen Artikel als PDF für 99 Cent kaufen. Klicken Sie dazu einfach auf eine der beiden Bezahloptionen Paypal oder ClickandBuy.


Diesen Artikel druckenDiesen Artikel weiterempfehlen Diesen Artikel kommentieren Newsletter abonnieren
Share/Bookmark
Ähnliche Artikel
Virtuelle Werkzeuge Nach dem Hype: Die richtigen Tools für effektive Virtualisierung
Netz und doppelter Boden Netzwerkkarten und Switches redundant verwenden
Markenware Linux-Kongress 2008 in Hamburg
Speicherriese Einen eigenen I-SCSI-Server aufsetzen und testen
Massenspeicher Fibre-Channel-Diskarrays im Vergleich
Richtig einbürgern Problematische Systeme in eine virtuelle Umgebung überführen
Whitepaper
Open Source Datenintegration in der Praxis: Fallstudien und Anwendungsbeispiele (Folge 2)

Der zweite Teil des Open Source Datenintegration in der Praxis: Fallstudien und Anwendungsbeispiele White Papers beleuchtet anhand weiterer ausgewählter Case Studies die Implementierung von Open Source Datenintegration in der Praxis und benennt die daraus resultierenden Vorteile.

Download PDF (Registrierung erforderlich)
Usage Landscape Enterprise Open Source Data Integration

Die Nachfrage nach Datenintegrationslösungen für Unternehmen ist zunehmend gestiegen und vor allem das Interesse an Open Source Technologien wird immer größer. Doch wie und von wem werden Open Source Datenintegrationslösungen genutzt und welches Nutzungsverhalten lässt sich daraus ableiten? Das vorliegende White Paper präsentiert die Erfahrungswerte von über 1000 Open Source Nutzern und liefert fundierte Antworten auf diese Fragen.

Download PDF (Registrierung erforderlich)
Kommentare (1)
von
arl,
26.07.2010 08:51
SCST