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© Utzel-Butzel, photocase.com

Neun Profi-Backuptools im Vergleich

Alle neune

von Markus Feilner, Stefan Weichinger
Erschienen im Linux-Magazin 2009/05

In wenigen Sparten tummeln sich so viele Hersteller professioneller Software wie im Backup-Bereich. Bei den nicht unerheblichen Preisen ist eine kluge Auswahl gefragt. Welche Software für den Linux-Admin der Volltreffer ist, zeigt diese Übersicht der neun wichtigsten Produkte.

Open-Source-Software bietet die Chance einer kostenlosen Vorab-Evaluierung. Im Bereich Backupsoftware dominieren jedoch proprietäre Lizenzen. Es geht häufig um Investitionen in der Größenordnung mehrerer Tausend Euro. Bereits vor zwei Jahren hat die "Linux Technical Review" die wichtigsten Backuplösungen miteinander verglichen [1]. Das Linux-Magazin hat nachgehakt und die neun wichtigsten Hersteller befragt, was ihre neuesten Versionen dazugelernt haben.

Im Rennen

Im Rennen sind dabei Amanda, Arkeia, Atempo, Bacula, Bakbone, BRU, Legato, Symantec und SEP Sesam. Tabelle 1 spiegelt die Herstellerangaben wieder und zeigt auf den ersten Blick: Auf dem Prüfstand stehen sieben kommerzielle Softwarepakete und zwei unter der GPL-Lizenz: Amanda und Bacula. Für diese bieten Zmanda und Bacula Systems professionellen Support und Enterprise-Module an, sodass sie sich nicht hinter den Wettbewerbern zu verstecken brauchen. Oben drauf gibt es außer Konkurrenz einen kurzen Blick auf den Java-Newcomer Areca (Kasten "Newcomer Areca").

Tabelle 1: 9 Profi-Backuptools
im Überblick


Von A bis Z: Amanda

Hinter dem femininen Namen Amanda verbirgt sich keine Frau, sondern der Advanced Maryland Automatic Network Disk Archiver, begründet in den 1990ern von James da Silva. Konsequent als Client-Server-Suite ausgelegt, ist Amanda bekannt als robuste und skalierbare Backuplösung und weltweit zigtausendfach im Einsatz.

Amanda ist alt, steinalt. Gefragt nach den unterstützten Linux-Versionen und Clients, antwortet Entwickler Dustin J. Mitchell: "Ich kenne keine Inkompatibilitäten, aber das muss ja nichts heißen. Eigentlich sollten alle Linuxe unterstützt werden, seit das System Posix-compliant ist, also alle Kernel neuer als 1.x. Die Glibc spielt für Amanda keine Rolle."

Streng genommen ist die Software nur ein Backupscheduler, der bewusst auf Standardtools wie GNU Tar, Dump oder den Smbclient aus dem Samba-Projekt setzt. Seitdem das kalifornische Startup Zmanda in die Amanda-Entwicklung eingestiegen ist, kam mehr Schwung in das Projekt. Die kommerzielle Enterprise-Edition bietet Support- und proprietäre Addons, deren Features über die der OSS-Version hinausgehen.

So hat sich einiges getan in den letzten Jahren: Die Release 2.5.2 brachte funktionierende Kerberos-Authentifikation (Krb5) und IPv6-Support. Dazu kamen neue Subcommands für den Amadmin-Befehl zum Handling von Backup-Images in der Holdingdisk, dem zentralen Cache des Systems.

Newcomer Areca

Areca [2], Ende Februar in Version 7.0 erschienen, ist im Vergleich zu den Platzhirschen eine junge Software und steht vollständig unter der GPL. Weil dem Java-Projekt Enterprise-Features fehlen, läuft es hier außer Konkurrenz. Laut Entwickler Olivier Petrucci ist es auf Windows 2000, XP, Vista sowie Mandriva, Fedora und Ubuntu getestet, sollte aber auf allen Systemen mit Java und SWT-Bibliotheken funktionieren.

Datenbankanschluss, Supportgarantien und spezielle Module, etwa für das Network Data Management Protocol, vermisst der Admin bei Areca, aber dafür erhält er eine kostenlose und flexible Lösung. Areca läuft ausschließlich lokal und sichert Verzeichnisse und Dateien via FTP, wahlweise mit TSL/SSL-Verschlüsselung, oder auf einen USB-Stick. Die Zip- oder Zip64- komprimierten Dateien lassen sich verschlüsseln und enthalten Metadateien wie die ACLs oder erweiterte Attribute des Dateisystems.

Ähnlich wie Rsync überträgt Areca auf Wunsch nur die Unterschiede, gerade bei großen Dateien ist dies sehr nützlich. Es beherrscht volle, inkrementelle und differenzielle Backups sowohl im Standard- als auch im Delta-Modus und fasst mehrere Archive per Merge zusammen. Das Java-basierte GUI enthält eine Suchfunktion. Die Konfiguration setzt auf XML-Dateien, Pre- und Post-Processing-Skripte gestatten die individuelle Anpassung bis ins Detail [3].

Designbedingt eignet sich Areca nur für wesentlich geringere Datenmengen als die etablierten Lösungen. Einen eigenen Scheduler bringt das Tool ebenfalls nicht mit, es integriert sich aber über ».bat« oder ».sh«-Skripte in die Betriebssysteme.

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Kommentare (1)
von
N. Batorowicz,
20.04.2009 14:07
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