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Open Suse 11.1 (64 Bit) auf DELUG-DVD
Premierenstimmung
von Kristian Kißling, Thomas Leichtenstern
Erschienen im Linux-Magazin
2009/03
Die neue Open Suse 11.1 überzeugt nicht nur durch neueste Programmversionen, sondern auch durch eine erheblich verbesserte Hardware-Unterstützung.
Mit Open Suse 11.1 [1] legen die Projektverantwortlichen eine Nachfolgeversion des Reptilien-Betriebssystems vor, die sich sehen lassen kann. Zum einen kommen brandaktuelle Anwendungen, etwa Open Office 3.0 oder KDE 3.5.10/4.1.3, zum Einsatz, zum anderen sorgt der neue Kernel 2.6.27 speziell bei Webcams und WLAN-Karten für eine deutlich verbesserte Hardware-Unterstützung als bei der Vorgängerversion.
Das Betriebssystem erinnert optisch an Open Suse 11.0, was nicht zuletzt am hübsch gemachten Installer liegt, den das Projekt in weiten Teilen von diesem übernommen hat. Er weicht in einigen Punkten von seinem Vorgänger ab, die bereits ein wenig verraten, wohin die Reise für die nächste Version der Distribution geht.
Es ist eingerichtet
Zunächst stehen als Desktops nur noch »KDE 4.1« und »Gnome« zur Auswahl. Erst ein Klick auf »Weitere« öffnet die Auswahlliste, die neben »XFCE« auch »KDE 3.5« enthält (Abbildung 1). Der Schritt erscheint sinnvoll: KDE 4.1 läuft inzwischen ziemlich stabil, beherrscht die meisten Features von KDE 3 und zeigt nur noch gelegentlich Schwächen. Wer Überraschungen partout nicht mag, kann aber weiterhin auf das altbewährte und stabile KDE 3.5 setzen.

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Abbildung 1: Da Open Suse 11.1 auf KDE 4.1 setzt, verschwindet die Auswahloption für KDE 3.5 nun in einem Untermenü der Installationsroutine.
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Neu ist auch, dass der Installateur keiner EULA mehr zustimmen muss. Open Suse 11.1 zeigt zwar noch einen vom Fedora-Projekt übernommenen Lizenztext an, aber die Distribution hat standardmäßig keine proprietäre Software mehr an Bord. Programme wie Skype, Adobes Flashplayer und Adobe Reader befinden sich im Non-free-Repository der Distribution, die der Nutzer über die Paketverwaltung von Yast einbindet. Wer Open Suse 11.1 als Box kauft, enthält die unfreien Programme auf einer extra CD.
Beim Partitionieren stört, dass die Routine zwar Windows-Nutzern die Chance lässt, ihre Windows-Partitionen zu verkleinern, um Open Suse daneben zu installieren. Bei konkurrierenden Linuxen allerdings schlägt der Installer der Distribution jedoch lediglich vor, die gesamte Festplatte zu verwenden. Abgesehen davon wartet der Installer mit vernünftigen Voreinstellungen auf und macht das Leben so einfach wie möglich.
Yast und KDE 4
Startet der Admin nach Abschluss der Installation das Systemupdate, will Open Suse eine MP3-Erweiterung von Fluendo sowie Smolt einspielen. Ersteres ist Open Suses Spagat zwischen den Interessen der User, die MP3-Support erwarten, und den rechtlichen Erwägungen beim Umgang mit proprietärer Software. Bei Smolt handelt es sich hingegen um eine Initiative des Fedora-Projekts, das in anonymisierter Form Hardwaredaten von Linux-Rechnern weltweit sammelt. Damit wollen die Initiatoren die Hardwarehersteller dazu bringen, den Quellcode ihrer Treiber zu veröffentlichen. Das Versenden dieser Angaben erfolgt freiwillig.
Das im Vergleich zur Version 11.0 nur leicht überarbeitete Installations- und Verwaltungstool Yast arbeitet wesentlich effizienter als das der 10er Versionen. Wer das Paketsystem von Debian mag und seine Software vorzugsweise über die Kommandozeile installiert, dürfte Zypper lieben, das jetzt in Version 1.0.1 vorliegt. Der Paketmanager arbeitet sehr zügig und ähnelt in der Syntax und sonstigen Arbeitsweise Apt.
Die Entwickler haben das Yast-Modul, das sich um externe Paketquellen kümmert, überarbeitet. Es listet sämtliche Paketquellen auf und informiert über den Aktivierungsstatus. Zudem erlaubt es, die jeweilige Paketliste automatisch zu aktualisieren (Abbildung 2). Beim Ändern der Prioritäten lädt Yast die Software aus der bevorzugten Quelle herunter.

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Abbildung 2: Das Yast-Modul zum Bearbeiten von Paketquellen sieht nun anders aus. Eine Übersicht präsentiert den Status eingebundener Repositories.
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Auch am Drucker- und am Partitionierungsmodul feilten die Open-Suse-Macher: Das Verwalten und Freigeben von Druckern funktioniert nun mit weniger Klicks. Meist richtet Open Suse Drucker bereits während der Installation ein, weshalb viele Admins dies Konfigurationsmenü ignorieren dürfen. Verweigert der Drucker die Arbeit, bietet die Linux Foundation eine umfangreiche Druckerdatenbank an [2], die für jedes Modell den passenden Treiber ermittelt.
Auch das Partitionierungsmodul in Yast wirkt übersichtlicher als sein Vorgänger. Es erlaubt nun das Anlegen verschlüsselter Datei-Container, die Version 11.1 per Loop-Mount einbindet. Das mitgelieferte KDE 4.1.3 läuft deutlich stabiler als der Vorgänger und bringt ein paar neue Funktionen und Programme mit, darunter Amarok 2. Das müssen die Benutzer allerdings gezielt nachinstallieren, an Bord ist zunächst Amarok 1.4.
Das gerade erst erschienene Amarok 2 bringt einige neue Features mit. Es kennt deutlich mehr Web-Dienste und -Radios als die Vorgängerversion, darunter Jamendo, Librivox und Opml Directory. Einige bekannte Funktionen von Amarok 1.4 fehlen hingegen. So unterstützt Amarok 2 noch keine portablen Mediaplayer, zudem kennt es aus Gründen der Wartbarkeit künftig nur noch MySQL.
KDE 4 bringt auch 3D-Desktop-Effekte mit, die es automatisch aktiviert, sofern Open Suse über einen 3D-Treiber der eingebauten Karte verfügt. Da Nvidia und ATI den Quellcode für ihre Grafikkartentreiber gar nicht oder nur zum Teil herausgeben, ist das aber gewöhnlich nicht der Fall. Die 3D-Treiber gehören zur proprietären Software, die der Admin nachträglich einrichten muss. Wie das geht, zeigt das Open-Suse-Wiki [3] - zumindest für Nvidia-Karten gibt es dort einen One-Klick-Install-Button [4].
Beim mitgelieferten Open Office 3 handelt es sich um eine Novell-Spezialanfertigung. Sie öffnet auch MS-Works- und SVG-Dateien und verfügt über eine Gstreamer-Anbindung, um Multimedia-Inhalte in Dokumente einzubetten.
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Rechner mit einer reinen 32-Bit-CPU gehören heute zur aussterbenden Rasse, da es praktisch nur noch Geräte mit 64-Bit-Erweiterung zu kaufen gibt. Doch nutzen nur wenige Anwender deren Potenzial. Der Hauptvorteil ist das Adressieren von bis zu 1 TByte (1024 GByte) Hauptspeicher; das physikalische Limit für 32-Bit-Systeme liegt bei 4 GByte.
Anwendungen wie Audio- und Video-Encoder, die mit Integer-Arithmetik arbeiten, profitieren davon, dass Ganzzahlmultiplikationen größer als 32 Bit schneller verarbeitet werden. Während es für Windows nur wenige 64-Bit-Anwendungen gibt, sind unter Linux inzwischen die meisten davon portiert. Der parallele Betrieb von 32-Bit-Software bereitet meist keine Schwierigkeiten.
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