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Citrix greift mit Xenserver 5 VMware und KVM an

Neu im Haus

von Markus Feilner
Erschienen im Linux-Magazin 2009/03

Xen sei im Abwärtstrend, munkeln Virtualisierungsspezialisten, KVM der kommende Star. Das will Citrix nicht auf sich sitzen lassen und lässt die fünfte Version seiner Neuerwerbung Xenserver los.

Citrix holt neue Partner ins Haus. Für den jüngst veröffentlichten Xenserver 5 [1] integriert die Virtualisierung die Software des HA-Spezialisten Marathon [2]. Schon letztes Jahr gab Citrix bekannt, mit Netapp zusammen zu arbeiten, nach dem Zwischenschritt eines Adapters hat der Hersteller jetzt die Ontap-API des Speicherriesen vollständig in die Administrationsoberfläche Xencenter integriert. Das Gleiche klappt mittlerweile auch mit Dells Equallogic-Speichersystemen.

Admins virtueller Windows-Systeme freuen sich über die Microsoft-Validierung im Rahmen des Server Virtualization Validation Program SVVP [3]. Das bringt nämlich für ein virtuelles Windows 2000, 2003 und 2008 auf Xenserver den günstigeren regulären Microsoft-Support ins Spiel. Klar, weit war es noch nie von Citrix nach Redmond. So scheint Citrix die bekanntesten Schwächen von Xen mit einer Klappe erschlagen zu wollen: Ein Management-Interface, das Speicherbackends verwaltet, Hochverfügbarkeit und Live-Migration ermöglicht, ganz offiziell Microsoft-Systeme unterstützt (Abbildung 1), und sogar für Windows-Admins bedienbar ist.


Abbildung 1: Der Xencenter unter Windows gibt dem Admin eine GUI an die Hand, in der er neue Ressource-Pools, Storage Backends und Virtuelle Maschinen erstellt und verwaltet.

Vorsprung für Citrix

Die Open-Source-Xen-Variante kann da nicht mithalten, und der Konkurrenz in Form der Xen-Integration in Red Hat und Suse fehlt ein Windows-Client für die Administration. Durchaus gelungen scheint die Integration der Speicherbackends und Ressourcenverwaltung in die Managementoberfläche. Über »New Storage« fügt der Admin per Mausklick ein neues Speichergerät hinzu, gleichgültig, ob es sich um ein SAN, NAS, I-SCSI, FC, Netapp oder Dells Equallogic handelt. Weil Xenserver als Linux-basierte Distribution mit eigenem Betriebsssystem kommt (Abbildung 2), sind auch schon zahlreiche Treiber für gängige Host-Bus-Adapter an Bord.


Abbildung 2: Xenserver 5 beim Booten. Das Produkt aus dem Hause Citrix bringt ein eigenes Linux als Basis mit, verlangt aber 64-Bit-Architekturen mit eingebauter Virtualisierung.

HA und Ressourcen-Pools

Xenserver 5 startet auf Wunsch vollautomatisch virtuelle Maschinen auf einem zweiten Node neu, wenn ein Host oder Gast nicht mehr erreichbar ist. All das stellt der Admin per Mausklick in der Managementsoftware ein. Über Protection Levels legt er in der GUI fest, wie die Software im Ernstfall reagieren soll.

Gut dazu passt das Konzept der Ressourcen-Pools, über die der Admin schnell Hardware oder andere Ressourcen im Netz hinzufügt. Fügt er hier einem Pool zum Beispiel eine neue Speichereinheit oder ein neues Netzwerkgerät hinzu, steht das allen beteiligten Hotplug-fähigen Gästen auch unmittelbar zur Verfügung. Ebenfalls im Xencenter lassen sich dabei extravagante Features wie Active/Active NIC Bonding per Mausklick einstellen. Dynamic Provisioning verteilt die virtuellen Hosts automatisch auf verfügbare Ressourcen im Pool.

Die Stoßrichtung, die Citrix verfügt ist klar: Die Firma will den Marktführer VMware angreifen und sich gleichzeitig von Open-Source-Projekten wie KVM distanzieren. Immerhin stellt die Firma mit dem Xenserver die einzige Open-Source-basierte Virtualisierung bereit, die derartige Features überhaupt anbietet. Die Live-Migration, die der Xen-Admin von »xm migrate« kennt, übernimmt bei Citrix das Tool Xenmotion, natürlich in einer grafischen Oberfläche. Xenconvert erledigt das Umwandeln physischer Maschinen in virtuelle Hosts, das Kommando »xe« ersetzt das von Xen bekannte »xm«.

Xenserver gibts als kostenloses Xenserver Express für Single-Server-Systeme [1], Multiserver-Umgebungen brauchen die Standard Edition. HA und die Ressourcen-Pools gibts erst ab Xenserver Enterprise. Das Dynamic Workload Provisioning ist der Platinum Edition vorbehalten, die rund 3000 US-Dollar kostet.

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