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© Tina Koch, Photocase.com

Image-Handling auf VMware-Systemen

Eine Imagefrage

von Marcel Schynowski, Charly Kühnast
Erschienen im Linux-Magazin 2009/03

Virtualisierungspraktiker, die ein ordentliches Budget haben, versilbern es gern in ESX-Lizenzen beim Marktführer VMware. ESX-virtualisierte Gastsysteme zu migrieren ist aber keine Glückssache.

Mit 1500 Euro startet die nach oben offene "VMware Infrastructure Foundation"-Preisliste. Dafür bekommt man ESX-Server [1] für zwei Prozessoren, Werkzeuge und ein Jahr Support an fünf Tagen pro Woche. Die betriebliche IT-Praxis vielerorts zeigt, dass VMware trotz proprietären Modells und vorhandener Konkurrenz sich wacker am Markt behauptet - so leistungsfähig ist die Lösung.

Gleichwohl bleibt für den Admin genug Arbeit, beispielsweise wenn er einen Host abschalten muss. Sei es temporär, weil System- oder Hardwarewartungen anstehen, sei es permanent, da er ihn ersetzt. Die VMware-Gäste, die der Host gerade beherbergt, müssen also umziehen, zeitweise auf eine weitere ESX-Maschine oder dauerhaft auf neue Hardware. Drei Wege bieten sich an:

  • Backup der Images und Restore auf dem anderen Host
  • Kalte Migration, also Umzug in ausgeschaltetem Zustand
  • Heiße Migration, also Umzug bei laufendem Betrieb

Je nach geforderter Verfügbarkeit und Hardware-Umständen eignet sich mal die eine, mal die andere Variante besser.

Backup und Restore

Wenn eine Downtime der virtuellen Maschinen akzeptabel ist, nachts vielleicht, ist die Variante mit Sichern und Wiederherstellen der Gast-Abbilder wenig fehleranfällig und recht simpel. Zuerst schreibt der Admin Gast für Gast aufs Backup - natürlich im laufenden Betrieb. Das passiert ohnehin regelmäßig, auch wenn gerade keine Migration ansteht. (Sinnvoll sind ein zwei Vollsicherungen wöchentlich auf einem extra VMFS-Volume. Die Versionsverwaltung steuert am besten ein Skript, das auch Vollsicherungen löscht, die älter als zwei Wochen sind.)

Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten: Zum Beispiel ließe sich auf jedem Gast ein Backupprogramm installieren, wie das bei nicht-virtualisierten Servern Standard ist. Für virtuelle Maschine existieren jedoch bessere Methoden, so ist kostenlos unter [2] ein Skript namens Visbu erhältlich, das unter VMware ESX (aber nicht ESXi) mehrere Sicherungsschritte durchführt (Abbildung 1).


Abbildung 1: Das kostenlose Skript Visbu, das Virtual Infrastructure Backup Utility, ist eine intelligente Möglichkeit, virtuelle VMware-Maschinen zu sichern.

Als Erstes erstellt es einen Snapshot des Gastes im laufenden Betrieb. Dabei schaltet es dessen Dateisystem, die VMDK (VMware Virtual Disk) in den Read-only-Modus. Alle Schreibzugriffe landen daraufhin in einer so genannten Delta-VMDK, die früher Redo Log hieß. Jetzt schreibt Visbu die eigentliche VMDK, die keine Schreibzugriffe erhält, auf das Backupvolume. Später wird es sie um die Daten der Delta-VMDK ergänzen. Es entsteht ein vollständiger Snapshot der virtuellen Maschine, die sich auf den neuen Host per Restore einspielen lässt.

Eine Fußangel lauert im Storage: Wenn die virtuelle Maschine viele und/oder große Schreibzugriffe durchführt, bläht das die Delta-VMDKs gehörig auf. Insbesondere wenn die Snapshot-Prozedur für mehrere Gäste läuft, sollte der Admin den verfügbaren Plattenplatz großzügig bemessen. Gleiches gilt, wenn er außer der Reihe einen Snapshot anfertigt, beispielsweise wenn auf der virtuellen Maschine kaum getestete Updates anstehen. Schlägt dies fehl oder funktioniert nicht wie erhofft, kann der Admin in sehr kurzer Zeit den Snapshot wieder reaktivieren. Generell sinnvoll ist es, daran zu denken, nicht mehr benötigte Snapshots zu löschen - andernfalls läuft auch das weitläufigste Filesystem irgendwann voll.

Consolidated Backup

Eine weitere Möglichkeit, Backups unterbrechungsfrei zu schreiben, eröffnet VMware Consolidated Backup (VCB, [3]). Dabei greift ein Backupserver auf den Storage des ESX-Servers zu und sichert - auch nach dem Snapshot-Verfahren - intelligent die VMDKs nebst Metadaten. Windows-Gästen eröffnet VCB zudem die Möglichkeit, auf die Gast-Dateisysteme zuzugreifen und so Standard-Backups anzufertigen. Vorteil: Die Images liegen nicht auf dem Storage des ESX-Servers, falls dort ein Platteninfarkt passiert.

Der Luxus erkauft sich mit dem Nachteil, einen Backupserver beschaffen zu müssen - und eine Windows-Server-Lizenz. Denn im Gegensatz zu den ESX-Servern ist VCB ein reines Windows-Produkt. Auch kümmert sich VCB nur ums Backup, beim Restore der Images ist Handarbeit angesagt, zum Beispiel per SCP.

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