Doppelt hält besser
Spamd lässt sich auch ausfallsicher betreiben. Dabei synchronisieren zwei oder mehrere Daemons ihre Spamd-Datenbank. Gleichzeitig bekämpft dieses HA-Setup nebenbei einen weiteren Trick von Spammern, den so genannten Low-Priority-MX-Abuse. Hierbei stellen Spammer ihren Datenmüll dem niedriger priorisierten Mail-Exchanger zu, in der Hoffnung, dass dieser über weniger ausgefeilte Filtermethoden verfügt. Läuft der Spamd im synchronisierten Betrieb, erkennt er dies und trappt IP-Adressen, die direkt an einen untergeordneten Server zustellen wollen, ohne zuvor den primären Server befragt zu haben.
Bei der Fülle an Einzelverfahren kommt es letztlich darauf an, wie effizient sie Spam abblocken. Eine Untersuchung bei einem Dienstleister für Mailserver zeigt (Abbildung 4), dass 16 Prozent der Verbindungsanfragen das Tarpit erkennen und sofort abbrechen. Mehr als ein Drittel aller ungewollten Verbindungen verhindern die konfigurierte Blacklist »uatraps« und das Domain-Trapping. Weitere rund 40 Prozenz bringt das Greylisting zur Strecke. Die restlichen fünf Prozent erledigt eine Contentanalyse mit Dspam. Zu beachten ist, dass die kostengünstigen Verfahren möglichst früh greifen sollten, um Ressourcen beim Filtern zu sparen. Insofern sind die Trefferquoten zwangsläufig auch von der konfigurierten Reihenfolge abhängig. Daher sind die Werte untereinander nicht vergleichbar.

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Abbildung 4: Die Effizienz von Antispam-Maßnahmen hängt stark davon ab, in welcher Reihenfolge sie angewandt werden. 16 Prozent der Dosenfleisch-Verschicker geben schon in der Stotterphase auf, jeweils knapp 40 Prozent kapitulieren bei Greylisting und Greytrapping.
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Spamd unter OpenBSD punktet durch die Integration seiner Komponenten. Die Einzelteile und Techniken gibt es alle auch für andere Betriebssysteme und Distributionen, aber die geringere Auswahl macht es dem Admin auch leichter, einen guten Spamschutz einzurichten. Das Subsystem stellt dabei alles bereit, was das Füllhorn der Spambekämpfung zu bieten hat: Black- und Whitelists, klassisches Greylisting und ein paar nützliche Variationen drumherum. Das Tüpfelchen auf dem i ist der Spamd-Ansatz, den Versendern ungewollter E-Mail-Nachrichten das Leben so richtig schwer zu machen. Vielleicht lässt sich die Zeit nutzen, in der die Spammer in den Teergruben zappeln, um schon einmal die nächste Runde des Wettrüstens zu planen - denn die kommt bestimmt. (mg/dko)
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Stephan A. Rickauer ist Inhaber des Unternehmens Startek. Er berät, unterstützt und schult seine Kunden im deutschsprachigen Raum. Für sie konzeptioniert und implementiert er professionelle BSD-Systeme.
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