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Service-orientierte Abbildung von Geschäftsprozessen mit freier Software
Türöffner
von Philipp Brune
Erschienen im Linux-Magazin
2009/01
Der Wechsel von klassischen monolithischen IT-Landschaften hin zu einer flexiblen, dezentral aufgebauten Service-orientierten Architektur (SOA) macht häufig den Weg frei für Open Source.
Irgendwie hat es nicht so ganz geklappt mit dem Marketing. Obwohl fast alle IT-Anbieter dem SOA-Trend der letzten Jahre folgten und ihre Produkte offensiv bewarben, scheitern die Ideen der Service-Orientierung in den meisten Unternehmen schon an der Pforte.
Viele Admins verbinden heute mit dem Schlagwort und den vielen kryptischen Abkürzungen nur Produktstrategien diverser Hersteller und die Notwendigkeit, sich für die eine oder andere Workflow-Engine zu entscheiden. SOA haftet die Aura einer Marketingblase an und viele Admins drehen sich weg, genervt vom Klingeln der Verkäufer, wenn sie nur den Begriff hören.
Service-Orientierung
Dabei hat das Konzept eine Menge zu bieten, gerade mit Open-Source-Software.Eine SOA versteht Anwendungen als Anbieter von Services, ein Dienst bildet dabei einen mehr oder weniger umfangreichen Arbeitsschritt oder Teilablauf eines Geschäftsprozesses ab, der sich über eine offene Schnittstelle plattformübergreifend aufrufen lässt (Abbildung 1).

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Abbildung 1: In der Idealform einer SOA modelliert das Management die Businessprozesse in Software, die die entsprechenden Dienste in einer Orchestration-Engine organisiert. Offene Standards wie Web Service Description Language spezifizieren die Services, Abläufe und Prozesse, aus denen sich der Input und Output für die Benutzer ergibt.
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Das bedeutet aber, die meist monolithischen Anwendungen in heutigen Unternehmen, die von der Benutzeroberfläche bis zur Datenhaltung alles selbst erledigen, zu öffnen und sie nach und nach in einzelne Services zu zerlegen. Als Lohn der Mühe stehen im Idealfall am Ende dieser Transformation flexibel kombinierbare Services, die einzelne Ablaufschritte implementieren.
In der Realität erweist sich die Einführung einer Service-orientierten Architektur folglich weniger als Produktentscheidung, sondern als Paradigmenwechsel für das IT-Management, bei dem auch freie Software ins Spiel kommt. Eine SOA auf Basis von Open-Source-Komponenten ist fast immer eine kostengünstige Alternative, zunehmend auch für mittelständische Unternehmen. Es zählt die Möglichkeit des behutsamen, schrittweisen Aufbaus, aber auch, dass sich neue Konzepte ohne das Risiko teurer Fehlinvestitionen erkunden und die Softwarepakete vor dem Einsatz auf Herz und Nieren testen lassen.
Historisch gewachsen
Die IT-Landschaft typischer Unternehmen besteht neben der Bürosoftware auf den Mitarbeiter-PCs und den Werkzeugen zur elektronischen Kommunikation (Intranet, E-Mail) auch aus betriebswirtschaftlicher Standardsoftware (wie ERP- oder CRM-Systeme) und Speziallösungen für unternehmenskritische Aufgaben auf Großrechnern, etwa das Verwalten der Produktdaten oder das Steuern der Produktion.
Daneben existieren Individuallösungen auf Basis von Client-Server- oder Web-Technologien. Während all diese Anwendungen überwiegend die operativen Geschäftsprozesse des Unternehmen unterstützen, machen dispositive Systeme auf der Basis von Data Warehouses und Business Intelligence das Unternehmen besser strategisch plan- und steuerbar.
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