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Linux-Schriftenmanager im Test
Setzkästen
von Peter Kreußel
Erschienen im Linux-Magazin
2008/08
Wie ansprechend Briefe, Plakate oder Zeitschriften wirken, hängt stark von den benutzen Schriften ab. Schriftenmanager-Software erleichtert die Auswahl - auch aus Hunderten und Tausenden von Fonts
Spätestens wenn das Schriftenmenü der Textverarbeitung oder des Grafikprogramms nicht mehr auf den Bildschirm passt, ist es Zeit für einen Fontmanager. Zwar beeinträchtigen viele installierte Schriften unter X-Window nicht die Performance - der X-Server lädt nur von Anwendungen angeforderte Schriften in den Arbeitsspeicher. Das ist wohl der Grund, warum es unter Linux lange keine Programme wie den Linotype Fontexplorer [1] für Mac OS gab. Wer jedoch Layouts erstellt, braucht zugleich große Auswahl und schnellen Überblick.
Hier leisten Programme wie Fonty Python [2] und Fontmatrix [3] gute Dienste. Sie gruppieren Schriften, installieren und deinstallieren die Gruppen mit einem Mausklick und zeigen eine Schriftartenvorschau an. Einen eigenwilligen Ansatz geht Fontlinge [4]: Es installiert und deinstalliert Fonts nicht, sortiert die Schriften aber in einem Dateirepository, in dem sie unter ausdruckskräftigen Namen stehen. Ein Vorschau stellt die Software als Webinterface bereit, sie eignet sich daher als zentraler Fontserver im Netz.
KDE und Gnome
Gnome bis Version 2.21 und KDE bringen einfache Bordmittel für die Schrifteninstalltion mit. Das ab Gnome 2.22 eingesetzte Gvfs unterstützt das Protokoll »fonts:/« noch nicht, sodass Nautilus zurzeit nicht mehr als Schriftmanager taugt. Obwohl die Schriftartenübersicht in KDE, besonders in KDE 4, gut gestaltet und auch ein Filterfeld zum Durchsuchen der Liste vorhanden ist, fehlt nach wie vor eine wichtige Funktion: Die Schriften lassen sich nicht gruppieren. Der Anwender kann Vorauswahlen von Schriften also nicht speichern.
Fonty Python
Fonty Python beschränkt sich auf das Wesentliche und geht im Funktionsumfang nur an einer Stelle über das KDE-4-Fontmodul hinaus. Der Benutzer kann Fontgruppen anlegen, denen er beliebig viele Schriftarten hinzufügt. Die Software zeigt die Schriftdateien eines Ordners im Filesystem als Liste aus Vorschauen mit einstellbarem Beispieltext an.
Aktiviert der Anwender auf der rechten Programmfensterseite eine der Pogs genannten Gruppen (Abbildung 1), kann er ihr Schriftarten aus der angezeigten Liste hinzufügen. Die Schriften einer Gruppe lassen sich installieren oder deinstallieren, gültig jedoch nur für den aktuellen Benutzer. Systemweit installierte Schriften verwaltet Fonty Python nicht. Wählt der Anwender am linken Fensterrand statt »Folders« den Reiter »Pogs« (Schriftgruppen) aus, zeigt die Vorschau statt der Schriftarten im Dateisystem den Inhalt der Gruppen.

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Abbildung 1: Fonty Python zeigt Vorschauen aller Schriften in einem Verzeichnis, fasst sie zu Gruppen zusammen und installiert oder deinstalliert die Fontgruppen.
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